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Das bunte Haus in Winden: Obdach für 630 Menschen

Online Redaktion, 02.05.2019 20:15

MELK. Obdachlosigkeit kann jeden treffen. Seit nunmehr drei Jahrzehnten unterstützt und begleitet der in Winden bei Melk ansässige Verein Wohnen und Arbeit Menschen am Weg zurück in das Sozial-, Wohnungs- und Arbeitsleben. Vor versammelter Presse zog Geschäftsführer Sepp Ginner gemeinsam mit Soziallandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und dem Landtagsabgeordneten Günther Sidl (beide SP) Bilanz.

160.000 Übernachtungen für in Not geratenen Menschen konnte der Verein Wohnen und Arbeit in den vergangenen 30 Jahren anbieten. Foto: Anton Heinzl

Das Haus mit der bunten Fassade in Winden kennen viele. Unzählige, die auf der Westautobahn unterwegs sind, passieren es täglich. Dass seit dreißig Jahren hinter der bunten Fassade Sozialarbeit geleistet wird, blieb und bleibt vielen der Vorbeifahrenden vermutlich verborgen. Der Verein Wohnen und Arbeit betreut dort nämlich Menschen, die aufgrund ihres persönlichen Schicksals wohnungslos geworden sind oder von unmittelbar bevorstehender Wohnungslosigkeit bedroht sind. In den vergangenen drei Jahrzehnten fanden 630 Menschen in Winden ein Obdach.

Zwei Drittel schaffen es

Aufgenommen werden im Wohnheim in Winden im Regelfall nur Männer. Platz ist für 18 Menschen, die im Schnitt ein Jahr dort verbringen und von einem sechs-köpfigen Betreuungsteam begleitet werden. „Wir versuchen innerhalb eines Jahres die Probleme in den Griff zu bekommen. Der Fokus liegt auf Gesundheit, Arbeit und Schuldensanierung“, erklärt der Geschäftsführer des Wohnheims, Sepp Ginner. Zwei Drittel der Menschen würden es nach dem Aufenthalt in Winden mittel- oder langfristig schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen.

Suche nach Baurechtsgrundstück

Das Wohnheim wurde einst von Sozialarbeitern aus den Bezirken Scheibbs, Amstetten und Melk initiiert. Beim Kauf des Hauses wurde man damals großzügig vom Stift Melk unterstützt. Nun, 30 Jahre später, ist man auf der Suche nach einem Baurechtsgrundstück, um ein neues Wohnheim zu errichten, denn das derzeitige Gebäude ist mittlerweile 100 Jahre alt. „Unser Wunsch ist es, in Melk zu bleiben“, so Ginner. 

Hohe Wohnkosten

„Wohnen wird immer teurer. Gleichzeitig steht aber auch zu wenig günstiger, leistbarer Wohnraum zur Verfügung“, macht SP-Landtagsabgeordneter Günther Sidl aufmerksam. Auch Ginner kritisiert die hohen Preise am Wohnungsmarkt und fürchtet durch das neue Sozialhilfe-Gesetz und das neue Sozialversicherungsgesetz Verschlechterungen für seine Klienten. Zudem macht er auf ein Fehlen eines Monitorings von Obdachlosigkeit, etwa was die zahlenmäßige Erfassung von Wohnungslosigkeit betrifft, aufmerksam. 

Es geht schnell

„Im Leben eines Menschen brauche nur ein stützender Pfeiler plötzlich wegzubrechen un schneller als man denke, drehe sich die Spirale nach unten“, betont Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. Soziale Wohneinrichtungen werden in Niederösterreich jährlich vom Land mit 5,8 Millionen Euro unterstützt. 


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