Vier Kandidaten unter 25, die in ihren Gemeinden mitreden wollen
BEZIRK MELK. Herbert Bitter (ÖVP), Michael Hauer (SPÖ), Thomas Leutgeb (FPÖ) und Blerine Halilaj (Grüne) sind allesamt noch keine 25 Jahre alt. Nichtsdestotrotz wollen sie politisch mitgestalten und kandidieren am 26. Jänner. Denn da finden bekanntlich in Niederösterreich Gemeinderatswahlen statt. Tips hat mit den vier Jungpolitikern gesprochen und sie gefragt, warum sie zu Parteimitgliedern geworden sind und wofür sie sich in ihren Gemeinden einsetzen wollen.

Herbert Bitter, 24, ÖVP: „Mein politisches Vorbild ist Figl“
SCHÖNBÜHEL-AGGSBACH. Herbert Bitter ist trotz seiner 24 Jahre bereits ein Routinier. Der junge Landwirt ist seit fünf Jahren im Gemeinderat vertreten und Bezirksobmann der JVP.
„Wenn mich etwas stört, dann muss ich auch selbst dafür einstehen, um etwas zu verändern“ – das habe er bereits im Elternhaus gelernt, erklärt Herbert Bitter. Der 24-Jährige sitzt seit 2015 im Schönbüheler Gemeinderat. Der familiäre Background und das Jugendvereinsleben habe ihn schon in jungen Teenagerjahren zum Parteimitglied der ÖVP werden lassen. „Die Stärkung des ländlichen Raumes – das ist ein Wert, für den nur die ÖVP steht“, ist der Landwirt überzeugt. Auch mit dem Leistungsgedanken, den die Volkspartei vertrete, könne er sich identifizieren. „Die Gesellschaft lebt von Menschen, die mehr tun“, so der 24-Jährige.
„Man kann nicht mehr Geld ausgeben, als man hat“
Den einstigen und vermutlich baldigen Bundeskanzler Sebastian Kurz, hat er vor einigen Jahren noch als Bundesobmann der JVP kennengelernt. „Sein Zugang, das Ende von Streitpolitik und neuen Schulden, ist auch meiner. Man kann nicht mehr Geld ausgeben, als man hat, das ist insbesondere in der Kommunalpolitik sehr wichtig.“ Dort ist Bitter als Jugendgemeinderat im Einsatz. „In einer kleinen Gemeinde geht es nicht immer nur um ganz große Projekte, sondern oft um kleine Dinge, die für das Zusammenleben wichtig sind. Das ist aber auch das Schöne, weil die Ergebnisse meist sofort messbar sind.“ Bitters politisches Vorbild ist übrigens Leopold Figl. „Er war einer, der zu seinen Idealen gestanden ist“, erklärt Bitter.
BITTER IM WORDRAP
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... „Wie man Freunde gewinnt“ von Dale Carnegie.
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Michael Hauer, 21, SPÖ: „Ich bin gerne in meiner Gemeinde“
NEUMARKT. Michael Hauer gibt am 26. Jänner sein Debüt als Gemeinderatswahlkandidat. Der 21-jährige Elektriker fand über die Sozialistische Jugend seine politische Heimat in der SPÖ.
„Weil die SPÖ ein Herz für Soziales hat“, begründet Michael Hauer seine Parteimitgliedschaft. Politik habe ihn immer schon interessiert, erklärt er. In noch jüngeren Jahren als heute trat er der Sozialistischen Jugend bei. „Ich bin sehr kontaktfreudig, komme viel unter Menschen und bin gerne in meiner Gemeinde. Ich habe immer schon gerne mitgeholfen, wenn es etwa darum ging, Veranstaltungen zu organisieren“, erzählt Hauer.
„Ich will eine Stimme für die Jugend sein“
Künftig will er in der Kommunalpolitik „mitreden und mitgestalten“. „Ich möchte dort eine Stimme für die Jugend sein. Ich würde gerne einen Treffpunkt schaffen, wo die Jugendlichen zusammenkommen können“, so der 21-Jährige. Baumpflanzaktionen für den Klimaschutz könne er sich ebenfalls vorstellen – „auch kleine Schritte bewegen etwas“, so der Elektriker. Konkrete politische Vorbilder hat Hauer nicht. „Ich habe schon einige Gespräche mit Günther Sidl (SPÖ-EU-Parlamentarier aus Petzenkirchen) geführt, die mich beeindruckt haben“, merkt Hauer an. Sein Umfeld reagiere positiv auf sein Engagement in der SPÖ. „Meine Eltern finden es beispielsweise super, dass ich kandidiere“, erzählt der 21-jährige Neumarkter.
HAUER IM WORDRAP
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... ein Fachmagazin aus der Elektro-Branche.
Die Wochenenden verbringe ich...
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Ich höre am liebsten...
... alles, was im Radio so läuft.
Zu Weihnachten wünsche ich mir...
... eigentlich nichts. Ich freue mich darauf, die ganze Familie zu sehen.
Thomas Leutgeb; 19, FPÖ: „Der Zusammenhalt ist groß“
MARBACH. Soldat Thomas Leutgeb ist schon seit rund fünf Jahren Mitglied bei der FPÖ. Bei einer Gemeinderatswahl geht der 19-Jährige erstmalig an den Start.
„Ich will für die Jugend etwas umsetzen“, begründet der 19-jährige Thomas Leutgeb seine Kandidatur in Marbach. „Ich hatte immer schon einen guten Draht zu Manfred Mitmasser (FP-Landeskammerrat und FP-Spitzenkandidat in Marbach; Anm.). Er hat mich früher öfters zu Parteiveranstaltungen mitgenommen, die haben mir gut gefallen. Deshalb bin ich dann der FPÖ beigetreten“, blickt der Melker Pionier zurück. Der Zusammenhalt innerhalb der Partei sei groß, außerdem seien die Freiheitlichen die einzigen, die sich wirklich um das Bundesheer umschauen und sich für mehr Budget einsetzen, so Leutgeb. Auch die kleinen Arbeiter würde die Partei unterstützen, erzählt der junge Marbacher. Kommt er in den Gemeinderat, will er einen Shuttlebus für die Jugendlichen initiieren. Auch für die Zusammenlegung der Kindergärten möchte er sich stark machen.
Weggefährte Manfred Mitmasser ist das Vorbild
Sein Umfeld reagiere positiv auf sein politisches Tun. „Die meisten finden es super, dass sich ein junger Mensch wie ich engagiert“, berichtet der Soldat. Nach seinem politischen Vorbild gefragt, nennt der 19-Jährige seinen Weggefährten Manfred Mitmasser. „Er hat es vom kleinen Bauern zum Landeskammerrat geschafft. Er hat Handschlagqualität und lässt dich nicht im Stich“, erklärt Leutgeb.
LEUTGEB IM WORDRAP
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... eine gute Nachricht aus meinem familiären Umkreis.
Die Wochenenden verbringe ich...
... mit Freunden.
Ich höre am liebsten...
... ich hab keine speziellen musikalischen Vorlieben
Zu Weihnachten wünsche ich mir...
... viel Zeit.
Blerine Halilaj, 24, Grüne: „Sei du selbst die Veränderung“
MELK. Blerine Halilaj hat bei den Melker Grünen vor rund einem Jahr ihre politische Heimat gefunden. Die Kandidatur bei der Gemeinderatswahl ist für die 24-Jährige eine Premiere.
„Wenn du Veränderung willst, sei du selbst die Veränderung“, ist das Credo von Blerine Halilaj. Die 24-jährige Melkerin ist ausgebildete Kinderbetreuerin, Musikerin und absolviert derzeit eine Ausbildung zur Sozialpädagogin. Politik und die Frage „In welchem System leben wir?“ hätten sie immer schon interessiert, sagt Halilaj. Deshalb sei es für ihr Umfeld auch keine Überraschung gewesen, als sie vor rund einem Jahr Parteimitglied bei den Grünen geworden ist. Ihre Eltern flüchteten in den 1990er Jahren wegen des Krieges aus dem Kosovo nach Österreich und seien ebenso politisch aktiv gewesen. „Nütze deine Stimme haben sie immer zu mir gesagt“, erzählt die angehende Sozialpädagogin.
Vegetarisch und für den Tierschutz
Im Tierschutz war die Vegetarierin bereits vor ihrer Parteimitgliedschaft aktiv. Dafür würde sie sich auch gerne im Gemeinderat stark machen. Ebenso für Sozial- und Umweltthemen. „Wenn es um die Zukunft geht, dann sollte auch die Jugend mitreden. Österreich hat schon viel erreicht, das gilt es aufrechtzuerhalten“, erklärt Halilaj. Nach ihrem politischen Vorbild gefragt, nennt die 24-Jährige Alexander Van der Bellen. „Ich bin froh, dass wir diesen Bundespräsidenten haben. Er steht für Menschlichkeit und ist ein starkes und positives Vorbild.“
HALILAJ IM WORDRAP
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... „Leben – Wie geht das?“ von Matthias Beck.
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Zu Weihnachten wünsche ich mir...
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