Tips-Zeitreise KW 37/1991 - Kampfjet explodierte in Seebach
Am 13. September 1991 ereignete sich im Bezirk Kirchdorf ein Kampfjet-Absturz, der in seiner Dramatik an eine Szene aus einem Hollywood-Actionfilm erinnert.

Zwei Bundesheer-Piloten, einer aus Wels, einer aus Sattledt, brachen von Linz-Hörsching zu einem Übungsflug nach Aigen im Ennstal auf. Sieben Minuten nach Start kam es in Seebach in der Gemeinde Micheldorf zu dem folgenschweren Crash. Wie es in einem Bericht der Oberösterreichischen Nachrichten heißt, rasierte die Maschine in viel zu tiefem Flug einige Bäume im Bereich des sogenannten Hamet-Berges ab und explodierte anschließend vermutlich noch in der Luft. Der Unfall dürfte so schnell vor sich gegangen sein, dass sich die Piloten auch nicht mehr mit den Schleudersitzen retten konnten.
Der Düsenjet des Typs „Saab 105 OE“ wurde in tausende Teile zerfetzt, die Trümmer dürften in einem Umkreis von rund einem Kilometer verstreut worden sein, Anwohner berichteten von einer lauten Detonation. Absturzursache war offensichtlich die Boden- bzw. Baumberührung. Wie es zu dieser kommen konnte, liegt allerdings im Dunkeln. Der dichte Nebel an dem Tag könnte seinen Teil dazu beigetragen werden. Auch ein Triebwerksschaden oder ein Pilotenfehler konnte in den Tagen nach dem Crash als Absturzursache nicht ausgeschlossen werden.
Eine weitere Theorie wurde in einem Bericht in den Oberösterreichischen Nachrichten vom 16. September 1991 erwähnt: demnach könnten die Piloten versucht haben, das Radar, das sie zu Übungszwecken erfassen sollte, zu unterfliegen. Außerdem könnten sie einen „Schleichweg“, also einen nach Osten geänderten Kurs angesteuert haben, aber die Scharte vom Kremstal gen Osten verfehlt haben. Die Tageszeitung „Der Standard“ zählte bis April 2003 insgesamt 12 Abstürze von Jets des Typs „Saab 105 OE“ – dabei kamen 13 Personen ums Leben.


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