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Puppenmutter von über 270 Figuren
MOLLN. In den vergangenen viereinhalb Jahren bastelte Gudrun Russmann rund 270 Fingerpüppchen. Die 87-jährige Puppenmutter verschenkt ihre Handwerke an Kinder.

Noch mit 80 Jahren führte die Pensionistin den Haushalt selbst, half in der Imkerei und betreute den Garten. Plötzlich war alles anders. „Ich bekam die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Die Nebenwirkungen der Chemotherapie führten zur Schädigung der Muskeln und Nerven und ich war zum Nichtstun verurteilt“, erzählt Gudrun Russmann. Doch die Mollnerin wollte nicht untätig herumsitzen. Trotz kraftloser Finger strickt sie seitdem Fingerpüppchen. Mittlerweile hat sie rund 270 Stück angefertigt, darunter viele Märchenfiguren und Tiere. An einem Püppchen bastelt sie rund einen Tag lang. “Mir macht die Arbeit Freude, sie half mir über viele einsame Stunden und Schmerzen hinweg. Außerdem stärkt das Basteln die Feinmotorik in meinen Fingern und ich kann Kindern eine Freude bereiten. Trotz der vielen technischen Spielzeuge, spielen diese gerne damit“, weiß Russmann. Die Puppen sind auch hilfreich, wenn man Zugang zu schüchternen Kindern sucht, denn diese sprechen eher mit der Figur als mit einem Erwachsenen. Für ihre Fingerpüppchen verlangt die Mollnerin nichts, „weil ich damit Freude schenken will und das kostet nichts!“. Gemeinsam statt einsam Donnerstagabends strickt Gudrun Russmann gemeinsam mit einer Strickrunde, darunter auch die Leonsteinerin Ietje Kubak (Tips berichtete), im Café Illecker in Molln. „Ich genieße es, unter Leute zu kommen“, sagt die Pensionistin. Einige ihrer Handwerke gehen in einer Schachtel, gepackt von Ietje Kubak, auf die Reise und erfreuen Kinder in Rumänien.


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