Sanierung oder Schließung: Zukunft des Hallenbades in Molln ist ungewiss
MOLLN. Die Mollner könnten ihr Hallenbad verlieren. Ist die Finanzierung einer Sanierung nicht möglich, muss das Lehrschwimmbecken im Schulzentrum Molln geschlossen werden.

Schon seit Längerem hat das Lehrschwimmbecken im Schulzentrum Molln Sanierungsbedarf. In den vergangenen 40 Jahren ist nichts erneuert worden. „Das fällt uns jetzt auf den Kopf“, sagt Friedrich Reinisch (ÖVP). Der Mollner Bürgermeister erfuhr von Landeshauptmann-Stellvertreter Thomas Stelzer (ÖVP), dass das Hallenbad nicht im Bäderprogramm enthalten sei. „Das heißt, seitens des Landes kann nur eine gewisse Förderung erfolgen“, erklärt Reinisch, „da es ein Lehrschwimmbecken ist, erhalten wir 30 Prozent Förderung für die Sanierung seitens der Bildungsabteilung.“
900.000 Euro benötigt
Bei Sanierungskosten von 1,3 Millionen Euro müsse daher die Gemeinde selbst noch rund 900.000 Euro tragen. Das sei der Stand von 2014, Reinisch rechnet mit noch höheren Kosten. „Wir suchen noch nach Möglichkeiten, wer die Finanzierung unterstützen könnte und inwieweit wir die Steyrtal-Gemeinden ins Boot holen können.“ Denn nicht nur Schüler aus Molln lernen im Lehrschwimmbecken das Schwimmen, sondern auch Kinder aus Leonstein und Grünburg sammeln dort Schwimmerfahrung.
SPÖ ist verärgert
„Wir haben vom damaligen Landesrat Josef Ackerl für die Sanierung der Volksschule Frauenstein rund 800.000 Euro zugesichert bekommen“, erzählt Vizebürgermeister Manfred Hofbauer (SPÖ). Aufgrund der Schließung der Schule wurde das Geld jedoch nicht gebraucht. „Wir haben bei der damaligen Landesrätin Doris Hummer angefragt, ob das Geld auch für das Hallenbad verwendet werden könne. Doch die Freigabe der Finanzierung für die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen wurde auf die lange Bank geschoben. Ein totaler Stillstand war die Folge“, sagt Hofbauer. Das verärgert die Mollner SPÖ. „Wir haben uns immer für die Sanierung des Hallenbades stark gemacht. Es ist für die Kinder enorm wichtig, um Schwimmen zu lernen, und auch eine soziale Kultstätte, die erhalten werden muss“, betont der Vize und berichtet, dass seitens der SPÖ ein Postwurf an die Mollner Haushalte ausgesandt wurde. „Wenn man über zwei Jahre lang hingehalten wird und nach der Wahl erfährt, dass das Hallenbad keine Zukunft hat, stellt sich die Frage, ob es den Plan der ÖVP, das Hallenbad zuzusperren, nicht schon vor der Wahl gab“, so Hofbauer.
Kosten-Nutzen-Rechnung
Laut Bürgermeister Friedrich Reinisch stehe noch nicht fest, ob eine Sanierung oder Schließung folgt, das müsse erst überprüft werden. „Wir müssen eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen und in Gesamtkonzepten denken. Das Hallenbad hängt von der Hauptschule ab und der Turnsaal wiederum vom Hallenbad.“ Werde das Lehrschwimmbecken geschlossen, ist aufgrund der Schülerzahlen ein zweiter Turnsaal nötig. „Für einen zweiten Turnsaal würden wir 50 bis 60 Prozent Förderung bekommen“, so Reinisch.
Als nächsten Schritt werden die einzelnen Ausschüsse mit dem Thema befasst, „dann schauen wir, was wir zusammenbringen“, so Reinisch. „Wir hoffen, dass das Hallenbad gerettet werden kann und dass das Land das Geld lukriert“, meint Vizebürgermeister Manfred Hofbauer.


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