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MONDSEE. Im April werden Unterwasser-Archäologen erneut in den Pfahlbauten von Mooswinkel im Mondsee graben. Mit der vierwöchigen Ausgrabung werden die 2018 begonnenen Untersuchungen des Forschungsprojektes „Zeitensprung“ fortgesetzt.

  1 / 3   Forschungstaucher werden im April wieder im Mondsee im Einsatz sein.Foto: OÖLM - Kuratorium Pfahlbauten

„Mit Mooswinkel haben wir uns eine ausgesprochen spannende Grabungsstelle ausgesucht, die sehr gut erhalten ist und daher viele neue Erkenntnisse zu den Pfahlbauten im Salzkammergut verspricht“, erklärt Jutta Leskovar vom Oberösterreichischen Landesmuseum, die das vom Land finanzierte Projekt gemeinsam mit Cyril Dworsky leitet. Man hoffe natürlich, Baustrukturen und Holzverbindungen zu finden, die Rückschlüsse auf das Aussehen der ehemaligen Häuser erlauben, ergänzt Dworsky, der als Geschäftsführer im Kuratorium Pfahlbauten die österreichischen UNESCO-Pfahlbauten managt. Henrik Pohl und Helena Seidl da Fonseca, die gemeinsam dem Ausgrabungsteam vorstehen, begeistern sich besonders für die Funde von Fischresten. Die ersten Fischschuppen während der neuen Grabungen konnten im Vorjahr mit Hilfe einer pensionierten und noch immer engagierten Wissenschaftlerin aus der Region gemacht werden. „Die Fischresterhaltung im Mondsee ist aus Gründen, die wir ehrlicherweise noch nicht kennen, deutlich besser als an den bisher von uns erforschten Pfahlsiedlungen von Seewalchen und Weyregg im Attersee“, so Seidl da Fonseca, die heuer von einer Stellvertreterin zur gleichrangigen Grabungsleiterin neben Pohl aufgestiegen ist. „Wichtig wäre nun, dass wir noch mehr finden, um möglichst viele Fischarten identifizieren zu können.“

Neben den Fischresten haben sich in Mooswinkel auch Fäkalien sehr gut erhalten. „Erste Ergebnisse zu Tierkot aus Weyregg liegen bereits vor. In Proben, die von Wiederkäuern stammten, konnten Pflanzenspuren einer Winterfütterung nachgewiesen werden. Beeindruckend, wenn man bedenkt, dass diese Reste rund 5.500 Jahre alt sind“, erklärt Henrik Pohl.

Auch heuer wird die begleitende Ausstellung zum Forschungsprojekt, die den Titel „Ein Zeitensprung zu den Pfahlbauten“ trägt, während der Ausgrabung im Österreichischen Pfahlbaumuseum in Mondsee zu sehen sein.


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