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NEBELBERG. Hat man Michaela Märzinger früher gefragt, was sie einmal werden möchte, war die Antwort: „Alles, nur keine Bäuerin“. Heute bewirtschaftet sie mit ihrem Mann Fritz einen Milchviehbetrieb im Vollerwerb, ist Ortsbäuerin und hat ihre Einstellung von damals komplett revidiert. Zum heutigen Weltmilchtag hat sie im Gespräch mit den Tips ein wenig mehr über Leben und Arbeiten am Hof erzählt.

  1 / 2   Michaela und Fritz Märzinger bewirtschaften gemeinsam den Milchviehbetrieb im Vollerwerb - und sie könnten sich nichts Schöneres vorstellen. Foto: Gahleitner

Morgens um halb 6 beginnt der Tag des Ehepaares – im Stall natürlich, bei den 60 Kühen und den vielen Kälbern. „Das Melken ist schon noch die meiste Arbeit, auch wenn wir in Fischgräten-Melkstände investiert haben. Trotz Automatisierung muss man immer dabei sein“, erzählt Michaela Märzinger. 2010 haben die Nebelberger Landwirte den Laufstall neu gebaut, 2015 kam ein Jungviehstall dazu, 2016 wurde der Kälberstall umgebaut. „Ohne Baustelle ist uns fad“, schmunzelt die Ortsbäuerin.

Gesund wachsen

Ihr Mann Fritz ergänzt: „Die Innenmechanisierung ist wichtig, die nimmt dir Arbeit ab“, und nennt als Beispiel den Einstreu-Roboter. Trotzdem bleibt noch jede Menge auf und rund um den Hof zu tun. „Mehr dürfte es nicht mehr werden. 60 Kühe sind bei einem Familienbetrieb die Grenze. Und immer weiter wachsen kann nicht die Zukunft sein, sonst geht die Lebensqualität verloren“, sind sich die Beiden einig. Die Milchproduktion zu erhöhen, könne deshalb auch nicht die Antwort auf niedrige Milchpreise sein: „Das geht in die verkehrte Richtung. Den Milchpreis muss man langfristig, auf fünf Jahre sehen – es gibt immer Hoch und Tiefs.“

„Man muss die vielen Vorteile sehen“

20 Stunden-Arbeitswoche hätte sie keine, meint Michaela Märzinger, die vor der Geburt ihres Sohnes als Köchin gearbeitet hat. „Aber tauschen möchte ich nicht mehr. Ein Arbeitsplatz zu Hause ist ganz viel wert und hat viele Vorteile.“ Diese positive Einstellung zur Landwirtschaft und zur regionalen Produktion von Lebensmitteln will sie auch ihren drei Kindern mitgeben: „Wenn man immer nur jammert, kann man nicht erwarten, dass jemand den Hof übernimmt.“ Momentan schaut die Nachfolge-Situation gut aus: Der 16-jährige Sohn Florian besucht gerade die Bioschule Schlägl und arbeitet so wie seine beiden Schwestern fleißig am Hof mit. Die zehnjährige Magdalena ist ohnehin überzeugt: „Regional ist nicht egal.“  

Weiterbildungsangebote werden zu wenig genutzt

Zeit für den jährlichen gemeinsamen Urlaub oder fürs Freibad muss auf jeden Fall sein, betont die leidenschaftliche Bäuerin. Und auch für Aus- und Weiterbildung. „Diese wird oft vernachlässigt, dabei gebe es wirklich gute Angebote für jede Sparte. Außerdem geht es dabei auch ums Zusammenkommen und Austauschen.“

Milchviehhaltung im Bezirk Rohrbach

Der Bezirk Rohrbach ist der drittgrößte Milchlieferant in Oberösterreich. Auf 950 Betrieben werden 22.400 Milchkühe gehalten. Jeder Betrieb produziert durchschnittlich etwa 120.000 Kilo Milch jährlich – das ergibt eine Menge von 114 Millionen Kilo Milch.


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