Neue Produktionsstätte in Herzogsdorf macht Biohort zum Großbetrieb
NEUFELDEN. 20 Jahre sind vergangen, seit Josef Priglinger die Firma Biohort gegründet hat. In dieser Zeit hat sich der Hersteller von hochwertigen Stauraumlösungen aus Metall vom Nischenplayer zum europäischen Marktführer entwickelt. Für den Geschäftsführer und seine Mitarbeiter ist das allerdings kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Biohort will weiter wachsen und wird vermutlich im nächsten Jahr die Schwelle vom Klein- und Mittelbetrieb zum Industriebetrieb überschreiten.

Das durchschnittliche Wachstum von rund 23 Prozent pro Jahr zeigt, dass Biohort mit seinen Produkten auf dem richtigen Weg ist. Im Vorjahr lag der Umsatz bei knapp 47,5 Millionen Euro, „heuer schaffen wir sicher über 50 Millionen Euro. Auch die 250 Mitarbeiter-Marke ist bald erreicht - damit sind die Voraussetzungen für einen Industriebetrieb gegeben“, informiert der erfolgreiche Unternehmer, der auf „gesundes Wachstum“ setzt. Dabei konzentriert man sich auf den europäischen Markt, wo das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist. Chancen ortet Priglinger vor allem in den nordischen Ländern und auch in Osteuropa, das verstärkt erschlossen wird; Übersee ist mittelfristig kein Thema. Die Exportquote liegt derzeit bei 86 Prozent.
Ausbau in Pürnstein, neues Werk in Herzogsdorf
Wachsen will der größte Gerätehaushersteller Europas nicht nur durch neue Märkte und neue Produkte, sondern auch räumlich: Sobald der Schnee weg ist, wird mit der Aufstockung des Bürogebäudes am Stammsitz in Pürnstein begonnen werden. 250 Quadratmeter werden neu geschaffen, inklusive einem großen Veranstaltungs-Raum. Außerdem entsteht eine neue Produktionsstätte in Herzogsdorf: Ab Juli wird auf der vier Hektar großen Fläche direkt an der Bezirksgrenze gebaut, Ende 2018 soll das Werk in Betrieb gehen. „Wir investieren 20 Millionen Euro in den neuen Standort, weil wir das Obere Mühlviertel stärken wollen. Denn Pendler verbringen viel zu viel wertvolle Lebenszeit im Auto“, betont der Firmenchef und nimmt damit auch die Regionalpolitik in die Pflicht. 40 Mitarbeiter finden in Herzogsdorf einen attraktiven Arbeitsplatz (etwa die Hälfte davon wird neu aufgenommen), abgewickelt wird das Projekt von Johannes Zauner aus St. Ulrich.
Digitalisierung wird gelebt
Die tüchtigen Mitarbeiter sind für Josef Priglinger ein ganz klarer Standort-Vorteil. Sein Sohn Maximilian, der im Vorjahr ins Unternehmen eingestiegen ist, sieht das genauso. „Unsere Mitarbeiter sind unsere wichtigste Ressource, aber das Anforderungsprofil ändert sich“, ergänzt er. „Industrie 4.0 und Digitalisierung sind für unsere Leute kein Fremdwort: Wir produzieren zum Teil automatisiert und damit effizienter. Die Mitarbeiter stehen nicht mehr bei den Maschinen, sondern vielmehr vor dem Computer.“ Vor allem in Herzogsdorf soll ein „Produktionsbetrieb wie aus dem Lehrbuch“ entstehen.
Um den Familienbetrieb langfristig abzusichern, hat die Familie Priglinger im Vorjahr eine Holdingstruktur eingeführt, diese Holding ist für die strategische Geschäftsführung zuständig.
Alles aus einer Hand
Um die Marke Biohort zu stärken, tritt das Unternehmen künftig als Komplettanbieter auf: „Von der Beratung und dem Produkt bis zum Fundament und der Montage wollen wir dem Kunden alles aus einer Hand bieten“, erklären Josef und Maximilian Priglinger. Deshalb wurde das Produktsortiment um ein Erdschrauben-Sortiment ergänzt, das ein betoniertes Fundament überflüssig macht.


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