Nach China-Reise mit der Bundesregierung: Ascendor-Chef sieht Potenzial für neuen Markt
NEUFELDEN/NIEDERWALDKIRCHEN. China lag bislang nicht im Fokus der Expansionspläne von Biohort und Ascendor. Ein Grund mehr für Geschäftsführer Josef Priglinger, sich über das wirtschaftliche Kooperationspotenzial im Riesenreich zu informieren. Er war Teil der Wirtschaftsdelegation der Bundesregierung, die nach Peking führte.

„Als Unternehmer bin ich mit dieser Regierung sehr zufrieden, sie repräsentiert uns hervorragend im Ausland“, lobt Josef Priglinger, der gemeinsam mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Außenministerin Karin Kneissl, Infrastrukturminister Norbert Hofer und Umweltministerin Elisabeth Köstinger sowie hochrangigen Vertretern der heimischen Wirtschaft nach Peking gereist war. Dort sammelte der Mühlviertler Firmenchef vor Ort Eindrücke und lotete das Kooperationspotenzial aus. Mit den beiden Unternehmen Ascendor (nachrüstbare Liftanlagen) und Biohort (hochwertige Stauraumlösungen aus Metall) ist die Priglinger Holding international erfolgreich.
Kontakte zu Händlern geknüpft
Priglingers Fazit nach seiner Rückkehr: „Für Biohort sehe ich kein Potenzial in China, die soziale Infrastruktur und das Vorherrschen von Wolkenkratzern machen uns da einen Strich durch die Rechnung.“ Anders schätzt Josef Priglinger allerdings die Chancen für Ascendor ein: „Hier kann es mittelfristig Kooperationen geben.“ Erste Kontakte zu Händlern wurden bereits geknüpft.
Riesige Infrastrukturprojekte
„Die Chinesen planen groß“, bringt Priglinger seine Impressionen auf den Punkt. Besonders hervorzuheben: die Silk Road. China investiert rund 900 Milliarden US Dollar (zirka 730 Mrd. Euro) in eine Neuauflage der historischen Seidenstraße – und setzt mit der Errichtung dieser gewaltigen Landpassage auf eine Annäherung an Europa und Russland. „Ein guter Anknüpfungspunkt etwa für die Manager von Plasser & Theurer“, berichtet Josef Priglinger. Insgesamt wurden Verträge und Absichtserklärungen im Umfang von 1,6 Mrd. Euro unterzeichnet. „Gegenstand waren hauptsächlich Infrastruktur-Leistungen und Maschinenlieferungen“, erzählt er. Auch dass ganze Technologie-Städte am Reißbrett entworfen werden, sei bemerkenswert, obwohl: „China setzt stark auf den Ausbau eines eigenen Hightech-Sektors. Oft hat man aber den Eindruck, dass die Ergebnisse überschaubar sind. Das liegt wohl auch am Fehlen eigener Ideen.“
Moderner Exportmarkt
„Man spürt die Faszination für Technik. Das Smartphone ist allgegenwärtig und wird intensiv genutzt – Handybezahlen an der Supermarktkasse ist zum Beispiel ganz normal.“ Die in Europa dominierenden Social Media Riesen wie Facebook sind in China unbedeutend: „Klarer Marktführer ist die Plattform WeChat.“
Und auch die kulturellen Unterschiede sind gewaltig. „Das betrifft vor allem den rechtlichen Bereich: Der Investitionsschutz ist schwach bis gar nicht vorhanden. Grund und Boden kann nur gepachtet werden, geistiges Eigentum ist so gut wie ungeschützt“, gibt Josef Priglinger zu bedenken.


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