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NEUKIRCHEN. Wolfgang Fasching hat es geschafft. Fünf Jahre nach der Durchquerung Russlands hat er auch Europa im Rekordtempo durchquert.

Am 5. August fiel in Gibraltar der Startschuss. Foto: Manuel Hausdorfer | lime-art.at
  1 / 9   Am 5. August fiel in Gibraltar der Startschuss. Foto: Manuel Hausdorfer | lime-art.at

Fasching verbesserte die 1998 von Franz Kaserer aufgestellte Rekordmarke von 13 Tagen 20 Stunden deutlich. Die 5.656 Kilometer lange Strecke von Gibraltar bis zum Nordkap mit rund 30.000 Höhenmetern durch neun europäische Länder absolvierte der Mentalcoach aus Neukirchen in zehn Tagen 20 Stunden 47 Minuten. Und das trotz schwerem Sturz, wo er unsanft auf der Windschutzscheibe des Pacecars landete und rund 17 Stunden verlor.

Nur 18 Stunden Schlaf

„Mein persönliches Ziel war es, dieses Projekt mit meinem elfköpfigen Team in einer schnellen Zeit zu finishen. Das haben wir trotz des tragischen, aber im Nachhinein glimpflichen Unfalls geschafft, was eine irrsinnige Erleichterung ist“, sagte Fasching am Nordkap. Er erlebte viele schöne Erinnerungen in den neun Ländern, die er durchgeradelt war. „Aber der Entschluss meines Teams, nach dem Unfall weiterzumachen, war ein ganz spezieller Moment für mich. Worauf ich aber gerne verzichtet hätte, war vor allem in den letzten Tagen der ständige Regen.“ Geschlafen hat der Extremsportler in diesen elf Tagen nicht viel. Auf eine Nettoschlafzeit von 18 Stunden – das entspricht 1,6 Stunden pro Tag – brachte es der Neukirchner.

Rekord für Fasching

Großen Anteil am Gelingen hat das komplette Team, das tolle Arbeit geleistet hat. „Natürlich gibt es bei so einem Projekt immer wieder Reibungspunkte und Differenzen. Aber man muss flexibel bleiben und diese hinten anstellen und schnell Lösungen finden.“ Fasching ist ein Mensch, der aus Krisen auch Kraft schöpft, wie sein Unfall gezeigt hat: „Ich nehme von diesem Abenteuer mit, dass man nie von seinen Träumen ablassen darf. Auch, wenn es oft widrige Umstände gibt. Das Streben nach Erlebnissen – alle Kontinente mit dem Rad zu durchqueren, wobei mir jetzt noch Afrika fehlt – ist mein übergeordnetes Ziel. Aber manchmal, wie ich erlebt habe, erfährt man völlig unerwartet die Verwundbarkeit eines Menschen; von einem Moment auf den anderen kann alles vorbei sein. Daher soll man sich nicht an Kleinigkeiten aufhängen und diese überbewerten. Nie das Ziel aus den Augen verlieren, ist und war mein Credo.“


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