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NEUSTIFT. Statt Roboter zu programmieren, druckt das Neustifter Automatisierungsunternehmen Rowa jetzt Atemschutzmasken. In der Krise werden die Leute eben kreativ oder wie es Geschäftsführer Hermann Wallner pragmatisch formuliert: „Unser Geschäft ist eingebrochen und ich musste mir etwas überlegen.“

Hermann Wallner: Geschäftsführer von Rowa und seit neuestem Atemschutzmasken-Model. Foto: Rowa
  1 / 2   Hermann Wallner: Geschäftsführer von Rowa und seit neuestem Atemschutzmasken-Model. Foto: Rowa

Auf die Idee mit den Atemschutzmasken ist Wallner noch vor der gestern verordneten Maskenpflicht in Supermärkten gekommen. „Den 3D-Drucker, mit dem wir die Masken produzieren, hatten wir schon. Je nach Nachfrage werden wir weitere zukaufen.“

Die Rowa-Maske orientiert sich grundsätzlich an den FFP3-Schutzmasken. „Unser Modell hat aber zusätzlich zum Ausatemventil ein seperates Einatemventil“, erklärt Wallner. Die Maske selbst ist aus TPU-Kunststoff, einem weichen, gummiartigen Material, das sich gut den Gesichtsformen anpasst. 

Eineinhalb Wochen lang haben Wallner und sein Mitarbeiter Max Hödl getüftelt. „Es dauert ungefähr zwei Stunden eine Maske zu drucken, deshalb war es teilweise etwas mühsam. Freitag gegen Mitternacht war schließlich der erste Prototyp fertig.“

Noch keine Zertifizierung

Zertifiziert ist die Maske noch nicht, weshalb keine 100-prozentige Sicherheit gegen Viren und Bakterien garantiert werden kann. „Wir arbeiten aber daran, uns den FFP3-Standard bescheinigen zu lassen.“ 

Die Maske ist praktisch endlos wiederverwendbar und gut zu reinigen und zu desinfizieren. Lediglich die Filter müssen regelmäßig getauscht werden. Für die Zukunft sind Kindermasken in verschiedenen Farben geplant. Seit der offiziellen Präsentation Sonntagnachmittag bis gestern Montag, 14 Uhr, wurden unter office@rowa-automation.at 15 Stück vorbestellt. Eine Maske kostet 39,90 Euro.

Positiver Ausblick trotz Krise

Im Bereich seines Kerngeschäftes, der Automation, sieht Wallner durch die Krise langfristig Vorteile: „Es werden sicher Betriebsstätten von Asien zurück nach Europa wandern. Das sollte nicht zu unserem Nachteil sein. Auch der 3D-Druck für den Ersatzteilbau hat noch riesiges Potential.“

Der Mund-Nasen-Schutz, der ab Mittwoch in den Supermärkten verteilt werden soll, unterscheidet sich deutlich von den partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP), die zum Beispiel von medizinischem Personal benötigt werden. FFP-Masken werden als Atemschutz gegen Aerosole, sehr kleine Schwebstoffe in der Luft, eingesetzt. Diese FFP-Masken gibt es in drei Klassen: FFP1-Masken haben die geringste Dichtheit und Schutzwirkung, FFP3-Masken die größte.


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JB
JB
01.04.2020 15:03

Ohne Zertifikat keine Sicherheit

Vorausgesetzt die Maske wird nicht in einer medizinisch sterilen Umgebung gefertigt und nicht korrekt nachbearbeitet: 3D gedruckte Masken bieten keine Sicherheit im Vergleich zu den in sterilen Umgebungen gefertigten FPP3 Masken! Des weiteren ist es nicht empfohlen Masken mit TPU zu drucken. Es ist schön zu sehen, dass der 3D Druck im Rahmen dieser Krise zB für Faceshields verwendet wird, etwas mehr Recherche von der Redaktion hinsichtlich dieses Themas wär jedoch mehr als wünschenswert gewesen. So wird Leuten nur das Geld aus der Tasche gezogen und mit Phrasen wie "nicht 100 prozentig sicher" (ergo nicht sicher!) ein Sicherheitsgefühl erschlichen. Vom Preis sprech ich hier erstmal gar nicht...

Antworten
Sebastian Wallner
Sebastian Wallner
01.04.2020 15:18

Hinweis der Redaktion

Sowohl auf das fehlende Zertifikat, als auch auf die fehlende Schutzgarantie wurde hingewiesen. Dass die Maske keinen Schutz bietet, nur weil sie nicht zertifiziert ist, ist falsch.

n
Antworten
JB
JB
01.04.2020 22:28

.

Die Maske bietet für einen selbst genauso viel Schutz wie eine NMS Maske. Sie schützt andere von einer Infektion wenn man selbst den Virus in sich trägt. Hier also ein von einem FFP3 Standard zu sprechen, nichts von NMS aber dafür aber von "einem nicht 100%igen Schutz gegen Viren und Bakterien" ist irreführend. Der Leser nimmt an, dass sie Schutz bietet, was sie jedoch defakto nicht tut. Kein 100 prozentiger Schutz ist kein Schutz.
Eine eindeutige Klarstellung fehlt m. E. nach komplett.

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