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Caritas: Niederneukirchnerin sammelt Erfahrung mit freiwilligem sozialen Jahr

Rafael Haslauer, 15.05.2018 12:33

NIEDERNEUKIRCHEN. Katharina Reisinger aus Niederneukirchen ist eine von 120 jungen Oberösterreichern, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren. Die 19-Jährige folgt einer Idee, die heuer genau 50 Jahre alt wird: Sie leistet einen Freiwilligen-Dienst in einer Sozialeinrichtung.

„Mein Einsatz in der Caritas-Wohngemeinschaft 'Leben Lernen' in Linz macht mir viel Spaß – und ich sammle Erfahrungen für meinen späteren Beruf“, erzählt die Niederneukirchnerin, die später Soziale Arbeit studieren will. Reisinger wollte zwischen der Matura und dem Studienbeginn an der Fachhochschule eine Lernpause, gleichzeitig aber Erfahrungen sammeln, ob sie für ihren späteren Wunschberuf im Sozialbereich geeignet ist. Das FSJ hat sich dafür perfekt angeboten. 

Leben Lernen

Nach Bewerbung und Auswahlverfahren begann sie im vergangenen September in der Caritas WG „Leben Lernen“ in Linz, wo Jugendliche mit kognitiven Schwierigkeiten im Alter von 16 bis 32 Jahren während ihrer Ausbildungszeit wohnen. „Es ist schön – aber natürlich auch anstrengend“, erzählt die HAK-Absolventin. Ziel der betreuten Wohnform ist, dass die Jugendlichen lebenspraktische Fähigkeiten wie Haushaltsführung, Kochen, Umgang mit Geld oder öffentlichen Verkehrsmitteln lernen.

Abschalten können

„Wir gehen gemeinsam Einkaufen oder Putzen zusammen. Natürlich kommt auch der Freizeitspaß nicht zu kurz: Wir spielen oder gehen gemeinsam ins Kino“, so die Niederneukirchnerin. Im Einsatz hat sie sich auch selber besser kennengelernt: „Ich habe bemerkt, dass ich sehr strapazierfähig bin. Die Jugendlichen testen natürlich schon ihre Grenzen aus, aber ich lasse mich nicht leicht provozieren. Ich habe nicht gedacht, dass es so gut läuft.“ Die 19-Jährige hat auch gelernt, sich abzugrenzen und abzuschalten, wenn sie nach Hause kommt und nicht an die Arbeit zu denken. „Das wird auch für später, wenn ich in dem Bereich arbeite, wichtig sein.“

Weitere Bereiche

FSJ-Einsatzstellen bei der Caritas OÖ gibt es aber in vielen anderen Bereichen wie beispielsweise in Einrichtungen für alte Menschen, Obdachlose oder auch in Integrativen Heilpädagogischen Kindergärten oder Horten. Wesentlich ist im Freiwilligen Sozialen Jahr, dass die jungen Menschen pädagogisch und fachlich begleitet werden. Einerseits von den ausgebildeten Fachkräften bei der Caritas, andererseits von den Mitarbeitern vom Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste. Es gibt Seminare und Exkursionen, in denen sich die Jugendlichen mit ihren Erfahrungen auseinandersetzen.

FSJ als Zusatzqualifikation

So wie Katharina Reisinger entscheiden sich 80 Prozent der Freiwilligen im Anschluss an das FSJ für eine Ausbildung in einem sozialen oder pädagogischen Beruf. Viele Fachhochschulen oder Studienrichtungen, denen einschlägige Praxiserfahrungen ihrer Studierenden wichtig sind, sehen bei der Aufnahmeentscheidung das FSJ als wesentliche Zusatzqualifikation.


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