Bühne frei für das Ei: 92.000 Legehennen im Bezirk sind nicht nur zu Ostern fleißig
NIEDERWALDKIRCHEN/BEZIRK ROHR BACH. 92.250 Legehennen leben im Bezirk Rohrbach und sorgen für eine ausreichende Versorgung mit Eiern – nicht nur zu Ostern.

Österreich kann sich zu 86 Prozent selbst mit Eiern versorgen. Der Bezirk Rohrbach liegt in der Eierproduktion oberösterreichweit an vierter Stelle, hinter Braunau, Kirchdorf und Wels. 60 Betriebe mit jeweils mehr als 1000 Legehennen erwirtschaften unter strengen Tierschutzbestimmungen und regelmäßiger tierärztlicher Kontrolle ihr Einkommen im Haupt- oder Nebenerwerb. So wie am Biohof von Herbert und Brigitte Lindorfer in Niederwaldkirchen: Knapp 3000 Hennen leben hier in Freilandhaltung und legen täglich 2750 Eier. „Manche Hühner legen bis zu 300 Eier im Jahr und leisten damit Schwerstarbeit. Je älter die Henne, desto größer ist das Ei, das sie legt“, berichten die Hühnerhalter.
Direktvermarktung
Viele der Eier aus dem Bezirk Rohrbach werden direkt vermarktet. „Größere Betriebe haben nebenbei auch Vertragspartner, die ihre Eier abnehmen. Sie werden ein- bis zweimal wöchentlich auf den Betrieben abgeholt, in den Packstellen nach Größe, Haltungsform sortiert und von dort aus an die Endabnehmer und Märkte weiterverkauft“, verrät Bezirksbäuerin Hedwig Lindorfer, die mit dem heurigen Jahresschwerpunkt über gesunde, regionale Lebensmittel informieren will.
Gesund und stärkend
Das Ei gehört hier definitiv dazu. „Das weiß ein jeder, wer“s auch sei, gesund und stärkend ist das Ei“, meinte schon Wilhelm Busch. Der Österreicher isst im Durchschnitt 235 Eier im Jahr – ob als Frühstücksei, als Eierspeise oder als verstecktes Ei in den verschiedensten Gerichten und Fertigprodukten. Anders als bei der Schalenfarbe, die von der Rasse der Hühner abhängt, ist die Dotterfarbe nicht genetisch festgelegt. „Sie lässt sich leicht durch die Fütterung beeinflussen. Bekommt ein Huhn Mais, werden die Dotter dunkler. Aber helle Dotter sind genauso gesund und schmackhaft“, betont Hedwig Lindorfer.
Eier enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe, wie die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K, Vitamine der B-Gruppe, die Mineralstoffe Kalzium, Phosphor und Eisen im Dotter, Natrium und Kalium im Eiklar, das Spurenelement Selen im Eigelb und Eiweiß. Das leicht verdauliche Eiweiß besitzt eine hundertprozentige biologische Wertigkeit, das bedeutet 100 g Hühnereiweiß können zu 100 g Körpereiweiß aufgebaut werden. Auch um den Cholesterinwert brauch tman sich keine Sorgen machen: Zahlreichen Studien zufolge, beeinflusst das Cholesterin aus Eiern nicht das Blutcholesterin.
Kennzeichnungspflicht
Jedes Hühnerei innerhalb der EU ist mit einem Erzeuger-Code gekennzeichnet. Mit diesem Code werden die Eier direkt beim Produzenten versehen. Der Code informiert über die Haltungsform der Hühner, dem Herkunftsland und der Nummer des Erzeugerbetriebes.
„In Fertigprodukten mit Ei, wie etwa Nudeln, Kuchen und Backwaren, sowie in einigen Gastronomiebetrieben werden auch noch Eier von Hühnern aus Käfighaltung verarbeitet, obwohl diese seit 2009 in Österreich verboten sind“, zeigt die Bezirksbäuerin auf. Sie und die Hühnerbauern würden sich von den Gastronomen wünschen, dass diese vermehrt auf ihren Speisekarten ausweisen, woher ihre Eier und andere verarbeiteten Produkte stammen.
Tipps rund ums Ei
• Nur unbeschädigte Eier kaufen.
• Eier nicht waschen, da dies das Eindringen von Bakterien fördert.
• Haltbarkeit von Eiern: Vier Wochen bei kühler, trockener, lichtgeschützter Lagerung.
• Bleibt Eiweiß oder Eidotter übrig, kann man es portioniert einfrieren.
• Speisen mit rohen Eiern bis zum Verzehr unbedingt kalt stellen und noch am gleichen Tag essen – Salmonellengefahr!
• Gekochte Eier bleiben im Kühlschrank zwei Wochen frisch
• Das Volumen von Eischnee lässt sich durch eine Prise Salz etwas erhöhen und festigen.
• Frischetest: Glas mit Wasser füllen: Frische Eier sinken sofort zu Boden. Ein älteres Ei hat eine größere Luftkammer und schwimmt oben.
Eier unterliegen einer strengen Kennzeichnungspflicht. Beispiel eines Erzeuger-Codes 1 AT 1234567
Die erste Zahl am Ei steht für die Haltungsform der Hühner:
• 0 = Bio-Freilandhaltung
• 1 = Freilandhaltung
• 2 = Bodenhaltung
• 3 = Käfighaltung (seit 2009 in Österreich verboten)
Das Länderkürzel steht für das jeweilige Herkunftsland, so etwa AT für Österreich, DE für Deutschland, IT für Italien und so weiter. Die siebenstellige Zahl dahinter verrät den genauen Betrieb und entspricht der jeweiligen landwirtschaftlichen Betriebsnummer, aus dem das Ei stammt.
Rezept für Erdäpfel-Eierspeise
Zutaten: 6 mittelgroße, gekochte Kartoffeln, 6 - 8 gekochte Eier, 1 gr. Zwiebel , 15 dag Jausenwurst, Salz, Kräutersalz, Pfeffer, Petersilie, Kümmel, 1 Becher Rahm, ev. etwas Milch
Zubereitung: Wurst kleinwürfelig schneiden und anrösten, Zwiebel mitrösten. Die gekochten, blättrig geschnittenen Kartoffeln, die in Scheiben geschnittenen gekochten Eier und die Wurst in eine Auflaufform geben, den Rahm untermischen und mit Salz, Kräutersalz, Pfeffer, Kümmel und Petersilie würzen. Im Rohr bei 180°C 20 min überbacken. Mit Salat der Saison servieren. Dieses Gericht eignet sich sehr gut nach Ostern. Hier können die gekochten Ostereier recht gut weiterverwendet werden.
Eieraufstrich
Zutaten: 4 hartgekochte Eier, 250 g Topfen, Senf, Salz, weißer Pfeffer, ev. ½ Becher Sauerrahm oder 1 Becher Creme fraiche
Zubereitung: Die Eier halbieren, die Dotter mit einer Gabel fein zerdrücken und unter den Topfen geben. Das Eiklar in sehr feine Würfel scheiden und unter die Topfenmasse mischen. Mit Senf, Salz, Pfeffer würzen. Mit Sauerrahm oder Creme fraiche wird der Topfenaufstrich geschmackvoller. Auf Vollkornbrot mit frischem Schnittlauch garniert schmeckt der Ei-Aufstrich am besten.


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