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BEZIRK ROHRBACH. Die Corona-Pandemie hat vielen Konsumenten deutlich gemacht, wie wertvoll eine krisensichere regionale Lebensmittelproduktion ist.

Viele Landwirte bieten ihre Waren direkt ab Hof, in Geschäften und Märkten oder in den Lagerhaus-Bauernläden an. Foto: BMLRT/Paul Gruber

„Das Bewusstsein dafür, dass die Produktion direkt vor Ort Vorteile hat, ist auf jeden Fall gestiegen“, merkt Leonhard Zauner, Biolandwirt aus Niederwaldkirchen. Er hat gemeinsam mit seiner Frau Christina im Herbst den elterlichen Hof übernommen. Wobei schon Vater Roman ein eifriger Verfechter der Direktvermarktung ist und den bäuerlichen Direktvermarktern im Bezirk Rohrbach auch als Obmann des Vereins „Bauernland Oberes Mühlviertel“ vorsteht.

Kleine Molkerei in Betrieb genommen

Gemeinsam wurden nun die Milchverarbeitungsräume modernisiert und eine kleine Molkerei installiert, in der jetzt alle Milchprodukte hergestellt werden: Topfen, Joghurt, Fruchtjoghurt, Butter und auch traditionelle Sachen, wie etwa „saurer Kas“.

Verkauft wird überwiegend über Geschäfte im ganzen Bezirk, wobei hier die Vorarbeit schon von den Eltern geleistet wurde. „Wir haben die meisten Verkaufsstellen übernommen und es werden immer mehr Märkte auf uns aufmerksam“, freut sich der junge Biobauer, der aber auch neue Wege geht. Die neue Biohof Zauner-Homepage gehört da ebenso dazu wie Facebook und Instagram. Mit Beginn der Corona-Krise wurde außerdem eine Hauszustellung gestartet, die auch in Zukunft weitergeführt wird. Der Ab Hof-Verkauf, wo auf Vorbestellung verkauft wird, soll im Sommer um einen Selbstbedienungs-Laden ergänzt werden.

Je mehr Direktvermarkter, umso besser

Ziel von Leonhard Zauner war es immer, durch Vollerwerb ein Familieneinkommen erwirtschaften zu können, ohne riesengroß zu werden. „Wenn man nur Milchlieferant ist, ist man austauschbar und es rentiert sich nur über die Menge. Wir haben aber ohnehin schon zu viel Milch in Österreich. In diesem Hamsterrad wollten wir nicht mitmachen“, erklärt er, warum er den Weg als Lebensmittelproduzent eingeschlagen hat. „Je mehr Direktvermarkter es gibt, umso besser. Lebensmittel sollen aus der Region, für die Region kommen“, ist der zweifache Vater überzeugt.

147 Direktvermarkter

Der Biohof Zauner in Niederwaldkirchen ist einer von derzeit 147 Direktvermarktern, die bei der Bezirksbauernkammer gemeldet sind; 82 Betriebe davon werden biologisch geführt. Eva Kitzmüller ist Ansprechpartnerin für alle Direktvermarkter. Sie merkt, dass auch bei Neueinsteigern die Nachfrage da ist. Beratungen sind unter Einhaltung der aktuellen Schutzmaßnahmen wieder möglich.

Wertvoller Partner der Landwirte ist auch das Lagerhaus. „Aktuell liefern knapp über 90 verschiedene Lieferanten und Direktvermarkter aus der Region in unsere Bauernläden in Rohrbach, St. Martin, St. Veit und Putzleinsdorf“, informiert Spartenleiter Stefan Mayrhofer. Erst im Vorjahr wurde der Laden in St. Martin vergrößert und im Eingangsbereich platziert. „Unsere Mitarbeiter sind täglich bemüht, mit den Lieferanten den Bauernladen in Schuss zu halten. Ein- bis zweimal im Jahr werden auch Verkostungen gemacht und wir stellen Geschenkskörbe mit regionalen Lebensmitteln zusammen“, ergänzt Mayrhofer.


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