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„Judomama“ Lisi Lindorfer: 27 Jahre für den Mühlviertler Sportnachwuchs

Sebastian Wallner, 28.08.2019 12:10

OÖ/ BEZIRK ROHRBACH. Über 200.000 Menschen engagieren sich freiweillig im Sport in Oberösterreich. Das sind so viele wie in keinem anderen Bereich. Um diese Menschen vor den Vorhang zu holen, vergibt Tips gemeinsam mit dem Sportland OÖ, den OÖ Nachrichten, Life Radio und TV1 heuer einen Ehrenamtspreis und sagt damit „Danke schön“. Eine, die sich diesen Preis auf jeden Fall verdient hätte, ist Elisabeth Lindorfer, Trainerin beim Union Judozentrum (UJZ) Mühlviertel.

Elisabeth Lindorfer im Gespräch mit einem ihrer Nachwuchskämpfer. Foto: Christian Fidler
Elisabeth Lindorfer im Gespräch mit einem ihrer Nachwuchskämpfer. Foto: Christian Fidler

Seit 38 Jahren ist sie als Betreuerin bei Judo-Trainingslagern dabei und seit 27 Jahren trainiert sie Nachwuchskämpfer. „Momentan die Fortgeschrittenen im Alter von neun bis 16 Jahren.“ Dass sie selbst zum Judo gefunden hat, ist, zumindest zum Teil, einem Mangel an Alternativen zu verdanken. „Ich habe mich natürlich für die Sportart interessiert und die Berichte zu den Kämpfen verfolgt. Mich hätten aber auch andere Sportarten wie Gymnastik oder Turnen gereizt. Da gab es aber bei uns am Land zu dieser Zeit noch kein Angebot für Damen und so bin ich eben beim Judo gelandet. Noch dazu bin ich eher ein burschikoser Typ, so gab es auch keine Hemmschwelle zu einer Kampfsportart.“

Lindorfer trainiert hart, tritt bei Wettkämpfen an und feiert einige Erfolge. Sie holte unter anderem fünfmal den oberösterreichischen Landesmeistertitel und wurde zweite bei der österreichischen Staatsmeisterschaft. Nach ihrer eigenen Karriere, beschloss sie Anderen in ihrer sportlichen Entwicklung zu helfen. „Ich habe als Trainerin in Hellmonsödt angefangen und bin nach wie vor dort tätig. Ich hatte Anfangs zum Ort eigentlich keinen Bezug, aber es wurde halt jemand gebraucht.“

Die Sektion war zwischenzeitlich eine der stärksten innerhalb der UJZ, die Herausforderung umso größer. Als Trainerin sieht Lindorfer ihre Aufgabe nicht nur darin, die Kinder sportlich weiterzubringen, sie will die Werte des Judo, wie Mut, Ehrlichkeit und Bescheidenheit, weitergeben. „So lernen die Jugendlichen etwas fürs Leben und entwickeln sich als Persönlichkeiten weiter.“

Wertschätzung gespürt

Trainings vereinbaren, Kämpfe besetzen und die Kinder dann auch dort hinbringen, das Traineramt bringe viele Aufgaben mit sich, die man nicht sieht. „Es steckt weit mehr dahinter, als nur auf der Matte zu stehen. Die Organisation war vor allem früher, als es noch kein WhatsApp gab, ungemein zeitaufwendig.“ Sie habe sich aber auch immer wertgeschätzt gefühlt. „Die Jugendlichen und auch die Eltern wussten schon, wie sehr ich mich um sie bemüht habe. Da habe ich auch oft ein 'Danke' gehört und Anerkennung erfahren.“ Ein weiteres Zeichen, dass für ihre Arbeit spricht ist, dass manche Jugendlichen, die nicht auf Wettbewerben kämpfen wollen und damit nicht in eine andere Leistungsgruppe wechseln, weiterhin zu ihr ins Training kommen. „Deshalb habe ich auch vereinzelt 18- oder 19-Jährige bei mir in der Runde.“

Veränderungen hautnah

27 Jahre sind eine lange Zeit. Wie haben sich da die Menschen verändert, die sie trainiert? „Es wird heute weniger Durchhaltevermögen an den Tag gelegt. Das ist aber etwas, dass es im Sport unbedingt braucht. Es kommt jetzt öfter vor, dass manche nur eine Zeit lang ins Training kommen und relativ bald wieder mit dem Judo aufhören.“

Jeder kann mitbestimmen

„Das Engagement der Ehrenamtlichen könnte die öffentliche Hand niemals finanzieren“, sagt Tips-Geschäftsführer und Chefredakteur Josef Gruber. Dieser Meinung sind wohl auch viele aus unserem Bezirk, die zahlreiche Trainer, Funktionäre oder andere helfende Hände für den Ehrenamtspreis „Danke schön“ nominiert haben.

Dass der Preis in den Bezirk Rohrbach wandert, dabei kann jeder mithelfen. Bis Ende September kann abgestimmt werden, wer den den Preis erhalten soll. Wir werden in den kommenden Tagen und Wochen auf tips.at und in der Zeitung weiter berichten und die Nominierten vorstellen.

Das Voting für den Ehrenamtspreis „Dankeschön“ läuft von 28. August bis 30. September. Es werden sowohl Bezirkssieger als auch der Landessieger ermittelt. Dem Bezirkssieger winken 1.000 Euro Preisgeld, der Landessieger erhält 1500 Euro. Abgestimmt werden kann nur einmal pro Tag.

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