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Innovations-Champions (Teil 1): Haidlmair will weltbester Werkzeugbauer werden

Leserartikel Reinhard Ebner, 21.11.2016 14:29

Haidlmair hat eingekauft: keinen Industriebetrieb, sondern ein Software-Haus. Was es damit auf sich hat? Das Unternehmen aus Nußbach will zur Nummer eins in seiner Branche werden, meint Mario Haidlmair im Gespräch.

  1 / 5   Mario Haidlmair hat die Weltkugel im Blick. Der Exportanteil: 95 Prozent. (alle Fotos: Reinhard Ebner)

Zielsetzung Mario Haidlmairs: die Pole Position unter den Werkzeugbauern der Welt zu erlangen. Das ist alles andere als weltfremd. Schon jetzt ist das Unternehmen Weltmarktführer im Werkzeugbau zur Herstellung von Getränke- und Klappkisten sowie Logistikbehältern.

Der familiäre Hintergrund ist dabei nicht zu übersehen: Mario hat die Geschäftsführung von Vater Josef übernommen, Bruder Rene hat das Controlling der Gruppe über. Sieht man genau hin, kann man noch den Hausstock des großelterlichen Bauernhofs im modernen Gebäudekomplex der Firmenzentrale ausmachen.

Vom CAD-Entwurfbis zur Form aus Stahl

Gegenüber Konsumenten tritt Haidlmair nicht in Erscheinung. Zumeist aus Stahl und Bronze gefertigt werden jene Formen, mit deren Hilfe andere Hersteller Endprodukte im Spritzgussverfahren herstellen. Tips-Leser kommen dennoch täglich mit Produkten in Berührung, bei denen Haidlmair-Mitarbeiter die Hände im Spiel hatten: Bierkisten sowie Obst- und Gemüsekisten, Paletten und Werkzeugkisten, Mülltonnen und vieles andere mehr.

Der Auftraggeber schickt einen CAD-Entwurf des gewünschten Endproduktes an Haidlmair. Dort wird er technisch verfeinert und als Simulation durchgerechnet. Dann wird mit Fräsen die Form aus dem Stahlblock herausgearbeitet. Gelegentlich kommt ein 3D-Drucker zum Einsatz.

200.000 Euro für eine Bierkiste

Der Arbeitsaufwand ist beträchtlich: „Eine neue Bierkiste erfordert 1000 Arbeitsstunden und Investitionen von 150.000 bis 200.000 Euro“, erklärt Mario Haidlmair. Die Auftraggeber befinden sich überall in der Welt. Die Exportquote beträgt fast 95 Prozent.

Wie passt dazu die 30-prozentige Beteiligung an der Software-Schmiede Dataformers? Haidlmair: „Blockstahl ist im Grunde dumm. Wir aber wollen intelligente Werkzeuge herstellen. Werkzeuge, die eine SMS schicken, wenn sie zum Service müssen. Überwachung der Funktion und Analyse von Schäden sollen übers iPad erfolgen.“ Stichwort Industrie 4.0. „Auf diesem Weg wird uns Dataformers begleiten.“


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