Die Probleme mit dem Alter: Lesergedicht von Ernst Fischer aus Oberkappel
OBERKAPPEL. Corona und die Probleme mit dem Alter, hat der Oberkapplinger in einem Lesergedicht zusammengefasst.

Tritt der Mensch ins Leben ein,
so ist er hilflos, sanft und Klein.
So hoasts schan in an altn Liad,
dös hiatzt leida nimma gsunga wird.
Man ist umsorgt und wachst schen stad,
bis af a vier- fünf Jahr, dann wird“s schan fad.
„I mecht schan gern 6 Jahr alt sei,
da derfat i in´d Schul schan ei.“
Und hast as endli in´d Schul dann gschafft,
tramst schan wieda bei da Nacht,
ja wann i do schan sechzehn war,
deafat I mit furtgeh in a Bar.
Wann di wea fragt; „Wia Alt bist denn du“ ?
machst gern a zwoa Jahrln nu dazu.
Ma möchte ja gern Erwachsn sei,
ja dös war schen, ja dös wa fei.
Va Zwoanzg bis Viertzg da is ja recht
A Alta dös ma halten mecht.
Do wanns amal geg´n Fuffzgi geht,
dann wird dös ganze wieda bled.
Angebli sands am meisten Frauen,
die das Ödawern bedauern.
Da soll´s oa gebn, es is b´stimmt Wahr.
Dö feiern ön Vierzga a paar Jahr.
Aba trotzdem bleibt dö Zeit nöt steh,
mia missn mit ihr weda geh.
Bis af an öttla siebzig Jahr,
dann draht si´s wieda, ja fürwahr.
Fragt di wer wia alt dast bist,
tuast a paar Jahrl dazua mit List,
weil dann kummt dos Kompliment,
„Na ma hätt das nöt a° kennt,
bist nu wiadawö banand,
af die Alta dös is koa Schand“.
Dös hert ma dann ja do recht gern,
ja so is min Ödawern.


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