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Große Gewinne wollte das Österreichische Herrscherhaus beim Salzhandel nach Böhmen erzielen.

Einsam steht der große Steingrander heute noch im gesprengten böhmischen Dorf.
Einsam steht der große Steingrander heute noch im gesprengten böhmischen Dorf.

Bisher wurde neben dem Salz aus dem Salzkammergut auch das bayerische aus Passau dorthin verkauft. Um die hohen Gewinne nicht zu gefährden, erließ der Österreichische Kaiser im Jahr 1700 ein Verbot der Salzeinfuhr aus Passau. Böhmen war damals ein Teil der Österreichischen Monarchie. Weil aber der Preis des bayerischen Salzes um ein Vielfaches geringer war, als der des österreichischen, musste die Mühlviertler Grenze zu Bayern geschlossen und eine Zollwache eingerichtet werden.

Wie kam österreichisches Salz nach Böhmen?

Auf dem Traunfluss wurden die mit Salz gefüllten Fässer bis Linz verschifft, hier auf Donauboote umgeladen, denen Pferde vorgespannt waren. Ein Treppelweg entlang der Donau für Zugpferde der Salzboote ermöglichte den Salztransport bis Obermühl. Hier standen die Salzstadel böhmischer Großhändler. Tragpferden wurden die Salzfässer auf den Rücken verladen und mit ihren Treibern durch das Mühlviertel auf tagelangen Reisen nach Böhmen geschickt. Namen wie Vorder- und Hinterschiffl, Schöffgattern und Schöneck erinnern daran, wo die „Salzsteige“ vorbeiführten und zur Nächtigung Quartiere und Küchen benötigten. Die ausgeschundenen Tragpferde benötigten eine Tränke und Futter.

Grander erinnern an Salzweg

Überall dort, wo heute noch große Wassergrander stehen, kennzeichnen diese Plätze einen Salzsteig in das Böhmenland. Bei einem nach dem Zweiten Weltkrieg gesprengten Grenzdorf steht unbeschädigt heute noch ein großer Steingrander. Ein Vertriebener hat mit Farbpinsel seinen Jammer kundgetan: „Verlorene Heimat“ schrieb er auf den Grander. Nach langer Zeit war darunter in tschechischer Sprache zu lesen: „Böhmerwald unsere Heimat, BRD ist eure!“ So lebt hier die Tragödie der Vertriebenen immer noch fort.

Verfasser:  Fritz Winkler


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