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Arktische Kälte im Anflug: Schwacher Polarwirbel lässt Europa schlottern

Tips LogoThomas Leitner, 12.10.2025 10:30

EUROPA. Experten warnen vor einem ungewöhnlich kalten Winter in Teilen Europas. Erste Wettermodelle deuten auf eine deutliche Schwächung des Polarwirbels hin, was arktische Kaltluft bis nach Mitteleuropa vordringen lassen könnte.

Kälte in Anmarsch (Foto: adobe.stock/bonniemarie)
Kälte in Anmarsch (Foto: adobe.stock/bonniemarie)

Über dem Nordpol kreist in rund 30 Kilometern Höhe ein riesiges Gebilde aus kalter Luft und Wind, der sogenannte Polarwirbel. Man kann ihn sich wie eine riesige, unsichtbare Mauer vorstellen, die die eisige Luft in der Arktis festhält. Solange diese Mauer stark ist, weht über uns in Europa meist der milde Westwind vom Atlantik. Das bedeutet für uns: eher graue, aber milde Wintertage. Doch die neuesten Wettermodelle zeigen, dass diese Kältemauer aktuell zu schwächeln beginnt. Dieses Wanken des Polarwirbels hat das Potenzial, die Wettersituation in weiten Teilen Europas in den kommenden Monaten auf den Kopf zu stellen und uns einen tiefen Winter zu bescheren, wie wir ihn in den letzten Jahren seltener erlebt haben.

Wenn die Kältemauer bricht 

Die entscheidende Phase beginnt, wenn der Polarwirbel durch plötzliche Erwärmungen in der Stratosphäre, also in dieser Höhe, gestört wird. Man nennt das ein Major Warming. Wenn dies passiert, kann der Wirbel nicht nur schwächer werden, sondern sogar komplett auseinanderbrechen und sich aufspalten. Das ist der Moment, in dem die Schleusen für die arktische Kälte geöffnet werden. Weil die Windsysteme in der Höhe nicht mehr stabil sind, kann der Weg für Hochdruckgebiete frei werden, die sich nach Norden schieben. Diese Hochs wiederum leiten die bitterkalte Luft aus dem Polargebiet direkt nach Süden, also auch über Deutschland und die Alpenregion.

Späte Kälte, aber heftig 

Die aktuellen Prognosen deuten darauf hin, dass der Wintereinbruch möglicherweise etwas später erfolgt. Aber genau das macht die Sache spannend: Die höchste Wahrscheinlichkeit für diese extremen Kältephasen sehen die Meteorologen vor allem im Januar und Februar. Ein schwacher Polarwirbel ist in der Vergangenheit oft ein wichtiger Vorbote für Winter gewesen, die ihrem Ruf gerecht wurden – mit viel Schnee und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Es ist zwar noch zu früh für eine exakte Vorhersage, doch die Zeichen in der oberen Atmosphäre sind klar: Wer sich auf einen durchweg milden Winter eingestellt hat, sollte seine dicken Jacken und Pullover besser griffbereit halten. Die Atmosphäre über uns bereitet sich auf eine turbulente Zeit vor.


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