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ÖSTERREICH/EUROPA. Ab 2027 plant die Europäische Union eine einheitliche Obergrenze für Bargeldzahlungen in bestimmten Fällen. Barzahlungen im gewerblichen Bereich sollen dann nur noch bis zu 10.000 Euro möglich sein. Auch Österreich ist von dieser Regelung betroffen.

Symbolbild: Dragana Gordic/stock.adobe.com
Symbolbild: Dragana Gordic/stock.adobe.com

Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden EU-Pakets zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Änderungen im gewerblichen Zahlungsverkehr

Bisher gibt es in Österreich keine allgemeine gesetzliche Obergrenze für Bargeldzahlungen.Mit der neuen EU-Regelung wird eine einheitliche Grenze eingeführt:

  • Bargeldzahlungen über 10.000 Euro im Geschäftsbereich (z. B. Kunde zu Unternehmen oder Unternehmen zu Unternehmen) sollen künftig nicht mehr zulässig sein.
  • Bargeld bleibt weiterhin als Zahlungsmittel erlaubt, insbesondere für kleinere und mittlere Beträge.

Verschärfte Sorgfaltspflichten

Zusätzlich zur Obergrenze werden EU-weit strengere Vorschriften zur Geldwäscheprävention eingeführt. Unternehmen müssen in bestimmten Fällen Sorgfaltspflichten erfüllen, etwa:

  • Identitätsprüfungen von Kunden bei höheren oder auffälligen Bargeldtransaktionen
  • Dokumentation und Nachvollziehbarkeit von Zahlungen

Ziel ist es, verdächtige Finanzströme besser erkennen zu können. Eine starre Identifikationspflicht ab einem bestimmten einheitlichen Betrag gilt jedoch nicht in allen Fällen pauschal.

Privatgeschäfte bleiben größtenteils unberührt

Reine Privatverkäufe, etwa ein Kauf zwischen zwei Privatpersonen (z. B. ein Auto), sind von der 10.000-Euro-Grenze in der Regel nicht betroffen.Alltägliche Bargeldzahlungen bleiben weiterhin uneingeschränkt möglich.

Digitaler Euro als Ergänzung

Parallel dazu arbeitet die Europäische Zentralbank an der Einführung eines digitalen Euro. Dieser soll als ergänzende digitale Zahlungsform dienen und eine staatlich garantierte Alternative zu privaten Zahlungsdiensten darstellen. Bargeld bleibt dabei weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel.

Einordnung im europäischen Vergleich

Einige EU-Staaten haben bereits heute strengere Bargeldgrenzen als die geplante EU-weite Regelung. Die neue Vorgabe schafft daher vor allem eine einheitliche Mindestregel innerhalb der EU, ersetzt aber keine nationalen Bargeldsysteme vollständig. 


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