Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Buckelwal Timmy hat deutsche Gewässer verlassen

Tips LogoNiklas Killinger, 29.04.2026 09:15

INSEL POEL. Buckelwal Timmy ist seit Dienstagabend in einem mit Wasser gefüllten Transportkahn auf dem Weg Richtung Nordsee. Der Schleppverband erreichte in der Nacht die offene Ostsee und verließ am Mittwochmorgen, 29. April die deutschen Gewässer. Zuvor war das geschwächte Tier nach Wochen im flachen Wasser vor Poel in die Barge gebracht worden.

Nach der Verladung in eine Barge hat Timmy die Wismarbucht verlassen. Nun soll er über Dänemark in die Nordsee gelangen. (Symbolbild); Foto: KI-generiert

Wie WELT am 29. April 2026 berichtet, zog der Schlepper Robin Hood die motorlose Barge langsam aus der Kirchsee über die Wismarbucht hinaus. Die Wasserschutzpolizei Wismar begleitete den Verband zunächst bis zur offenen See, musste wegen starken Windes aber abdrehen.

Der Transport fährt seither weiter Richtung Dänemark. Am frühen Mittwochmorgen lag der Verband laut Schiffs-Ortung etwa südöstlich von Fehmarn und bewegte sich nur sehr langsam voran.

Die letzten Stunden vor der Abfahrt

Am Dienstagnachmittag gelang der entscheidende Schritt der Rettungsaktion. Der Wal wurde durch eine zuvor gebaggerte Rinne zu dem abgesenkten Lastkahn geführt und schwamm schließlich in die mit Wasser gefüllte Barge.

Vor dem Aufbruch besprühten Helfer das Tier weiter mit Wasser. Am Abend wurde die Barge zunächst von kleineren Booten aus der Kirchsee bewegt, später nahm der Schlepper Robin Hood den Transport auf den Haken.

Langsame Fahrt Richtung Nordsee

Der Plan sieht vor, den Wal in einer mehrtägigen Aktion um die Nordspitze Dänemarks herum in Richtung Skagerrak und Nordsee zu bringen. Dort soll Timmy wieder in einen geeigneteren Lebensraum entlassen werden.

Noch ist offen, wie gut der geschwächte Buckelwal die Fahrt verkraftet. Das Deutsche Meeresmuseum hatte zuletzt vor hohen Belastungen und Verletzungsrisiken gewarnt und die Erfolgsaussichten wegen des Zustands des Tieres zurückhaltend bewertet.

Rettung bleibt eine Belastungsprobe

Timmy liegt seit Ende März im Bereich der Insel Poel fest. Der Fall hatte bundesweit Anteilnahme ausgelöst, zugleich gab es Streit über die richtige Hilfe für das Wildtier.

Die aktuelle Fahrt ist damit nur ein Zwischenschritt. Von einer gelungenen Rettung kann erst gesprochen werden, wenn der Wal den Transport übersteht, freikommt und wieder selbstständig in tieferem Wasser weiterzieht.


Mehr zum Thema


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden