Rätselhafte Suchaktion in Tirol: Hilferufe aus dem Wald versetzen Landeck in Alarm
TIROL.Dramatische Suchaktion in Landeck an Weihnachten: Ein Deutscher (43) löst einen Großeinsatz aus, lässt sein Hab und Gut im Gebirge zurück und verschwindet spurlos über die Grenze.
In der Nacht auf den 25. Dezember kam es im Gemeindegebiet von Landeck zu einem Großeinsatz der Einsatzkräfte. Mehrere Anrufer meldeten gegen 1 Uhr früh undefinierbare Hilferufe aus dem Bereich Angedair/Öd. Die Schreie sollen aus dem dicht bewaldeten Schlosswald gekommen sein.
Nächtliche Hilferufe lösen Großeinsatz aus
Eine sofort eingeleitete Fahndung durch eine Polizeistreife blieb zunächst ohne Ergebnis. Auch nach mehreren Stunden intensiver Suche musste der Einsatz in den frühen Morgenstunden ergebnislos abgebrochen werden. Doch die Situation spitzte sich wenig später erneut zu. Gegen 9 Uhr wurden abermals Hilferufe gemeldet – diesmal deutlich wahrnehmbar.
Daraufhin startete ein großangelegter Sucheinsatz. Kräfte des Bezirkspolizeikommandos, die Alpinpolizei, eine Polizeidrohne, der Polizeihubschrauber „Libelle Tirol“, die Bergrettung mit Suchhunden sowie die Feuerwehr, ebenfalls mit Drohneneinsatz, durchkämmten das Gebiet. Aufgrund neuer Hinweise wurde die Suche schließlich auf die gegenüberliegende Hangseite in Richtung Thial und Katlaun verlegt. Bis in die Abendstunden blieb die Aktion jedoch ohne Erfolg und wurde gegen 18.50 Uhr offiziell beendet.
Trolley im steilen Gelände entdeckt – Vermisster längst zurück
Erst am nächsten Tag brachte ein Hinweis die Wende. Ein Jäger entdeckte im Thial-Tobel Fußspuren sowie Spuren eines Koffertrolleys. Die Suche wurde erneut aufgenommen, wieder unterstützt durch Drohnen, einen Diensthund und den Polizeihubschrauber. Auf rund 1.400 Metern Seehöhe wurde schließlich ein Reisetrolley samt Geldbörse gefunden.
Die darin befindlichen Dokumente führten zu einem 43-jährigen deutschen Staatsangehörigen aus dem Landkreis Esslingen. Parallel eingeleitete Ermittlungen in Deutschland ergaben, dass der Mann bereits unversehrt angetroffen werden konnte. Er war am 24. Dezember mit dem Zug nach Landeck gereist, hatte zu Fuß einen Forstweg Richtung Thial-Tobel genommen und dort den markierten Steig verlassen. In unwegsamem Gelände kam er nicht mehr weiter, sein Handy versagte den Dienst, weshalb er laut um Hilfe gerufen hatte.
Die Nacht verbrachte der Mann im Freien. Am Morgen stieg er wieder ab, ließ den Trolley zurück und reiste nach Erreichen des Stadtgebiets kommentarlos mit dem Zug nach Deutschland zurück. Laut eigenen Angaben zog er sich dabei leichte Verletzungen zu. Warum er den Vorfall nicht meldete, blieb unbeantwortet. Die Ermittlungen dauern an.
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