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Millionenraub bei Sparkasse: 3.200 Schließfächer ausgeräumt

Tips Logo Verena Beneder, LL.B., 30.12.2025 20:47

GELSENKIRCHEN. Ein beispielloser Tresor-Einbruch erschüttert die Sparkasse Gelsenkirchen und sorgt für massive Verunsicherung bei tausenden Kunden. Unbekannte Täter sind offenbar unbemerkt in den Tresorraum einer Filiale im Stadtteil Buer eingedrungen und haben dort systematisch mehrere tausend Bankschließfächer geplündert.

Symbolbild: phonlamaiphoto/stock.adobe.com
Symbolbild: phonlamaiphoto/stock.adobe.com

Berichten zufolge schätzen Ermittler die Beute derzeit auf rund 30 Millionen Euro.

Täter bohren sich durch die Wand zum Tresor

Nach bisherigen Erkenntnissen gingen die Einbrecher hochprofessionell vor. Der Zugang erfolgte über ein angrenzendes Parkhaus. Von dort arbeiteten sich die Täter durch mehrere Türen bis in einen Archivraum vor. Mit einem Spezialbohrer wurde schließlich ein Loch durch die Wand zum Tresorraum geschaffen. Dort brachen sie rund 3.200 Schließfächer auf und leerten sie vollständig. Wann genau die Tat stattfand, ist noch unklar. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter die Weihnachtsfeiertage und das darauffolgende Wochenende nutzten.

Alarm führt Einsatzkräfte zum Tatort

Entdeckt wurde der Einbruch erst in der Nacht auf Montag. Ein ausgelöster Brandmeldealarm führte Feuerwehr und Polizei in das Gebäude. Bei der Durchsuchung stießen die Einsatzkräfte auf das massive Loch im Tresorraum und die aufgebrochenen Schließfächer. Bereits am Samstag hatte es einen Brandmeldealarm gegeben, bei dem jedoch noch keine Auffälligkeiten festgestellt worden waren. Auch dieser Vorfall wird nun untersucht.

Spur zu flüchtigem Fahrzeug und maskierten Tätern

Die Polizei verfolgt mittlerweile eine konkrete Spur. Zeugen berichteten von mehreren Männern mit großen Taschen im Treppenhaus des Parkhauses. Videoaufnahmen zeigen einen hochmotorisierten schwarzen Wagen, der am frühen Montagmorgen das Parkhaus verließ. Das Kennzeichen war zuvor in Hannover gestohlen worden. Im Fahrzeug sollen mehrere maskierte Personen gesessen haben.

Kunden wütend vor der Filiale

Nach Bekanntwerden des Einbruchs strömten an zwei Tagen mehrere hundert Kunden zur betroffenen Filiale. Die Stimmung war angespannt, zeitweise drohte die Lage zu eskalieren. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an und sicherte den Eingangsbereich. Die Sparkasse hielt die Filiale geschlossen und verwies auf Informationen über ihre Website.

Tausende Geschädigte, unklare Entschädigung

Nach aktuellen Schätzungen sind rund 2.500 Kunden betroffen. Die tatsächliche Schadenshöhe lässt sich bislang nur grob beziffern, da Banken keinen Überblick über die Inhalte der Schließfächer haben. Standardmäßig sind diese bei der Sparkasse mit rund 10.300 Euro versichert. Höhere Beträge mussten separat abgesichert werden. Für viele Geschädigte könnte dies bedeuten, dass nur ein Teil der Verluste ersetzt wird. Die Schadensregulierung dürfte sich über Monate oder sogar Jahre hinziehen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Festnahmen gibt es bislang nicht


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