20 Meter neben der Piste: Skifahrer stirbt bei Lawinenabgang in Tirol
ISCHGL. Tragödie in Tirol: Am Freitag, dem 16. Jänner 2026, meldete ein Unterkunftgeber in Kappl einen abgängigen Gast. Auffällig war, dass die Skiausrüstung des Mannes aus dem Skikeller fehlte, während sein Handy im Zimmer zurückblieb. Erste Abklärungen bei Krankenhäusern, Ärzten und Pistenrettungen verliefen ohne Ergebnis.
Aufgrund der Umstände wurde von einer Abgängigkeit im freien Gelände ausgegangen.
Letzter bekannter Aufenthaltsort an der Pardatschgratbahn
Recherchen über die Silvretta Seilbahn AG ergaben, dass der Mann am Donnerstag, dem 15. Jänner 2026, um 09:50 Uhr letztmals das Drehkreuz der Pardatschgratbahn passierte. Vermutlich verließ er danach den organisierten Skiraum und bewegte sich abseits der gesicherten Pisten.
Lawine im Variantenbereich entdeckt
Im Rahmen der eingeleiteten Suchaktion, an der die Alpinpolizei, Pistenrettung Ischgl, Bergrettung Ischgl sowie die Lawinenkommission beteiligt waren, wurde westlich des Bürkelkopfes im Variantenbereich ein Schneebrett festgestellt. Aus dem Lawinenkegel ragte ein Teil eines Skistocks hervor, dies deutete auf eine Verschüttung hin.
Ohne Lawinenausrüstung unterwegs
Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte der Wintersportler gegen 10 Uhr einen steilen Nord-Nord-West-Hang befahren haben. Dabei löste er eine Schneebrettlawine aus, wurde rund 65 Meter mitgerissen und etwa 110 Zentimeter tief verschüttet. Er war nicht mit Lawinennotfallausrüstung wie LVS-Gerät, Sonde oder Schaufel ausgestattet.
Bergung und Einsatzkräfte
Die Lawine war bereits am Donnerstag abgegangen, blieb jedoch zunächst unbemerkt. Erst durch die Vermisstenmeldung am Freitag konnte der Unfallort lokalisiert werden. Die Bergung des Mannes erfolgte durch die Pistenrettung Ischgl. Eine umfangreiche Suchaktion hatte zuvor die Alpinpolizei, die Bergrettung und die Lawinenkommission Tirol eingebunden.
Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden