Nipahvirus in Indien: Neuer Ausbruch schürt Angst vor tödlicher Zoonose
INDIEN. Ein hochgefährlicher Erreger ist zurück: In Indien wurden neue Nipahvirus-Fälle bestätigt. Behörden reagieren mit Quarantäne, Kontrollen und Alarmstufe Rot.
Der tödliche Nipahvirus-Ausbruch in Indien sorgt erneut für internationale Aufmerksamkeit. Nach fast zwei Jahrzehnten ist der gefährliche Erreger im Osten des Landes wieder aufgetreten. Mehrere bestätigte Infektionen, darunter auch medizinisches Personal, haben die Gesundheitsbehörden in höchste Alarmbereitschaft versetzt.
Bestätigte Fälle und akute Maßnahmen
Im Bundesstaat Westbengalen wurden mehrere Nipahvirus-Infektionen nachgewiesen. Betroffen ist das Umfeld der Millionenmetropole Kolkata. Mindestens eine Patientin befindet sich in kritischem Zustand. Rund 100 Kontaktpersonen stehen unter medizinischer Beobachtung, zahlreiche Menschen wurden vorsorglich isoliert. Krankenhäuser aktivierten Notfallpläne, spezielle Isolierstationen wurden eingerichtet.
Flughäfen reagieren, Region unter Beobachtung
Die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung reicht über Indien hinaus. In mehreren asiatischen Ländern wurden die Gesundheitskontrollen an Flughäfen verschärft. Reisende aus betroffenen Regionen werden gezielt gescreent. Die Behörden setzen auf rasche Kontaktverfolgung, um eine unkontrollierte Verbreitung zu verhindern.
Hochgefährlicher Erreger ohne Therapie
Das Nipahvirus zählt laut der Weltgesundheitsorganisation zu den gefährlichsten bekannten Zoonosen. Übertragen wird es meist von Fruchtfledermäusen, eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist möglich. Die Krankheit verläuft oft schwer: Fieber, Atemnot und Gehirnentzündungen treten rasch auf. Die Sterblichkeitsrate früherer Ausbrüche lag teils bei über 70 Prozent. Einen zugelassenen Impfstoff oder eine gezielte Therapie gibt es nicht.
Erinnerung an frühere Todesausbrüche
Indien war bereits mehrfach Schauplatz tödlicher Nipah-Ausbrüche, zuletzt besonders dramatisch im Bundesstaat Kerala. Die jetzige Rückkehr des Virus zeigt erneut, wie verwundbar dicht besiedelte Regionen gegenüber zoonotischen Erregern sind. Internationale Gesundheitsbehörden beobachten die Lage engmaschig.
Gesundheitliche Risikoeinschätzung für Reisende
Für Reisende nach Ostindien und Westbengalen besteht aktuell kein generelles Reiseverbot, jedoch erhöhte Aufmerksamkeit. Empfohlen werden konsequente Hygienemaßnahmen, der Verzicht auf Kontakt mit Wildtieren, rohen Früchten und unzureichend verarbeiteten Lebensmitteln. Bei Fieber oder neurologischen Symptomen nach der Reise sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Die WHO stuft das internationale Risiko derzeit als beobachtungsbedürftig, aber kontrollierbar ein.
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