Jagd-Elite im Umbruch: Anton Larcher übernimmt das Zepter bei Jagd Österreich
ÖSTERREICH. Tirols Landesjägermeister Anton Larcher führt ab jetzt die 132.000 Jäger Österreichs an. Mit Fokus auf Wolf-Monitoring und Daten-Power startet er 2026 durch.
Paukenschlag in der österreichischen Weidmann-Elite: Mit dem Jahreswechsel übernimmt der Tiroler Anton Larcher das Präsidentenamt beim Dachverband Jagd Österreich. Er löst damit Franz Mayr-Melnhof-Saurau ab, der künftig als Vize fungiert. Während Maximilian Mayr-Melnhof das Präsidium nach drei Jahren verlässt, rückt Wiens Landesjägermeister Norbert Walter als neuer starker Mann an die Seite von Larcher. Der Wechsel an der Spitze markiert den Beginn einer neuen Ära, die Jagd moderner, digitaler und politisch schlagkräftiger machen soll.
Fakten-Check gegen Wolf und Bär
Larcher setzt von Tag eins an auf eine klare Strategie: Wissenschaft statt Emotion. Besonders beim Reizthema Großraubwild fährt der neue Präsident einen harten Kurs. Ein österreichweit einheitliches Monitoring für Wolf und Bär steht ganz oben auf der Agenda. Nur mit lückenlosen Daten will die Jägerschaft künftig in politische Entscheidungen eingreifen. Das Ziel ist eine aktive Überwachung, die von allen Bundesländern gemeinsam getragen wird, um der Ausbreitung der Beutegreifer mit Fakten zu begegnen.
Digitale Aufrüstung für die Datenhoheit
Ein Herzstück der neuen Präsidentschaft ist die gigantische Wildtierdatenbank. Hier fließen künftig nicht mehr nur Abschusszahlen, sondern detaillierte Lebensraumdaten zusammen. Dieses digitale Archiv soll den Jägern die nötige „Datenhoheit“ sichern, um gegenüber Brüssel und der heimischen Politik auf Augenhöhe zu argumentieren. Was unter dem Vorgänger Mayr-Melnhof angestoßen wurde, bringt Larcher nun in die finale Umsetzung. Transparenz ist das neue Zauberwort, um die Jagd als systemrelevantes Handwerk zu legitimieren.
Jagd-Hype in der Großstadt
Auch das Image der Jägerschaft bekommt ein modernes Upgrade. Larcher will raus aus der Nische und rein in die Köpfe der urbanen Bevölkerung. Mit Social-Media-Kampagnen und YouTube-Formaten wie „WhattheJagd“ sollen vor allem Menschen in der Stadt erreicht werden, die bisher kaum Berührungspunkte mit dem Waidwerk hatten. Der Fokus liegt darauf, den Nutzen der Jagd für die Gesellschaft greifbar zu machen. Wer verstanden wird, genießt Vertrauen – so das einfache wie effektive Credo für die kommenden Monate.
Europaweite Vernetzung der Naturnutzer
International wird 2026 ebenfalls ein Schlüsseljahr. Unter Larchers Vorsitz rückt die Internationale Jagdkonferenz in den Mittelpunkt, um europäische Lösungen für grenzüberschreitende Probleme zu finden. Dabei geht es dem neuen Präsidenten um ein respektvolles Miteinander: Er will die Interessen von Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Tourismus und Jagd versöhnen. Nur durch dieses Zusammenspiel lassen sich die heimischen Lebensräume langfristig sichern und gleichzeitig die Tradition der Jagd in die moderne Zeit führen.
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