Skiurlaub Österreich: Fernmärkte bringen im Winter 2025/26 das große Umsatzplus
ÖSTERREICH. Kaufkräftige Gäste aus Übersee und Nordeuropa beleben den Wintertourismus in Österreich – und treiben zugleich den digitalen Wandel voran.

Internationale Gäste aus Fernmärkten entwickeln sich in der Wintersaison 2025/26 zu den wichtigsten Umsatztreibern im heimischen Wintertourismus. Eine aktuelle Analyse des Payment-Anbieters hobex, die heuer erstmals gemeinsam mit dem Österreichischen Handelsverband veröffentlicht wurde, zeigt deutlich: Vor allem Reisende aus den USA, Australien und Skandinavien sorgen für kräftige Zuwächse bei den Kartenzahlungen und geben pro Aufenthalt deutlich mehr Geld aus als Gäste aus Österreich oder Deutschland.
Fernmärkte bringen mehr Umsatz pro Aufenthalt
Während die Kartentransaktionen von Gästen aus Österreich und Deutschland im vergangenen Winter jeweils um rund neun Prozent gestiegen sind, legten mehrere internationale Märkte deutlich stärker zu. Besonders auffällig ist das Plus bei Gästen aus den USA mit 37 Prozent. Auch Australien mit 20 Prozent, Schweden mit 17 Prozent und das Vereinigte Königreich mit 13 Prozent verzeichnen überdurchschnittliche Steigerungen.
Noch klarer wird der Unterschied beim durchschnittlichen Kartenumsatz in der Beherbergung. Über alle Herkunftsländer hinweg liegt der hobex-Schnitt bei 394 Euro pro Transaktion. Österreichische Gäste kommen auf 263 Euro. Deutlich höher liegen Luxemburg mit 777 Euro, die Schweiz mit 696 Euro und die USA mit 679 Euro. Das deutet darauf hin, dass internationale Gäste häufiger höherwertige Hotelkategorien buchen und damit mehr Wertschöpfung in die Tourismusregionen bringen.
Online-Buchung wird im Winter immer wichtiger
Parallel dazu verändert sich auch das Kaufverhalten spürbar. Kartenzahlungen direkt vor Ort wachsen zwar um 16 Prozent, Online-Transaktionen legen mit 29 Prozent aber noch deutlich stärker zu. Besonders dynamisch zeigt sich dieser Trend im Skiverleih, wo der E-Commerce sogar um 40 Prozent wächst. Immer mehr Urlauber reservieren ihre Ausrüstung bereits vor der Anreise online, bezahlen digital und holen sie erst vor Ort ab.
Auch bei Skitickets verschiebt sich der Verkauf klar in Richtung digitale Kanäle und Self Service. Lag der Anteil der Verkäufe am klassischen Point of Sale im Jahr 2023 noch bei 81 Prozent, sind es 2026 nur mehr 70 Prozent. Gleichzeitig steigt der Automaten-Anteil von 14 auf 17 Prozent, während sich der Online-Anteil von fünf auf 13 Prozent mehr als verdoppelt.
Daten werden zum strategischen Vorteil
Für Tourismusbetriebe werden Zahlungsdaten damit immer wertvoller. Sie zeigen früh, welche Gästegruppen anreisen, wie sie konsumieren und wo sich Angebote anpassen lassen. Gerade bei kaufkräftigen Fernmärkten kann das ein entscheidender Vorteil sein – etwa durch englischsprachigen Service, Premium-Angebote oder gezielte Packages. Die Wintersaison 2025/26 macht damit zweierlei sichtbar: Internationale Gäste sorgen für Wachstum, und digitale Bezahl- und Buchungslösungen werden im alpinen Tourismus immer stärker zum Standard.
„Diese datenbasierten Einblicke bieten enormes Potenzial für bessere Geschäftsentscheidungen. Noch wird dieses Potenzial aber von Betrieben unterschätzt - nicht nur im Tourismus, sondern quer durch alle Branchen vom Handel bis zur Dienstleistung. Zahlungsdaten bergen Chancen, denn sie zeigen uns sehr früh, welche Gästegruppen gerade ankommen und wie sie konsumieren. Als Beispiel: Wenn wir sehen, dass US-Transaktionen deutlich anziehen, wissen die Betriebe: Jetzt kommen kaufkräftige Gäste mit anderen Erwartungen. Darauf kann man reagieren – mit angepassten Öffnungszeiten, englischsprachigem Personal, Premium-Angeboten oder gezielten Packages. Wer seine Daten nutzt, verkauft nicht nur mehr – sondern gezielter“, sagt Michael Bratl, CEO hobex AG.


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