Piton de la Fournaise: Lava überquert Straße – Spektakulärer Vulkanausbruch auf Réunion sorgt für Aufsehen
FRANKREICH. Glühende Lava, gesperrte Straßen und kilometerlange Gaswolken. Der Vulkan Piton de la Fournaise zeigt wieder seine ganze Kraft.

Der Piton de la Fournaise auf der französischen Insel Réunion gehört zu den aktivsten Vulkanen der Erde – und sorgt derzeit erneut für spektakuläre Bilder. Seit Wochen stößt der Vulkan glühende Lava aus, die sich langsam über die Flanken des Berges bewegt und dabei neue Lavafelder entstehen lässt.
Besonders eindrucksvoll war die Entwicklung Mitte März: Eine Lavafront erreichte die wichtige Küstenstraße RN2 im Gebiet Grand Brûlé und überquerte sie teilweise. Die Straße gilt als zentrale Verbindung entlang der Ostküste der Insel und musste vorübergehend gesperrt werden. Solche Ereignisse sind selten, zeigen aber eindrucksvoll die enorme Kraft des Vulkans.
Gaswolke zieht über den Indischen Ozean
Neben den spektakulären Lavaflüssen beobachten Experten auch die Entwicklung der vulkanischen Gaswolken genau. Satellitenmessungen zeigen, dass große Mengen Schwefeldioxid in die Atmosphäre gelangen. Die Gaswolke zog zeitweise hunderte Kilometer über den Indischen Ozean und war sogar in Richtung Madagaskar nachweisbar.
Die Behörden auf Réunion überwachen die Situation deshalb kontinuierlich. Das Observatorium des Piton de la Fournaise registriert rund um die Uhr seismische Aktivitäten, Gasemissionen und Bewegungen des Vulkans, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Einer der aktivsten Vulkane der Erde
Der rund 2.600 Meter hohe Piton de la Fournaise gehört zu den am besten überwachten Vulkanen der Welt. Seit dem 17. Jahrhundert wurden fast 200 Ausbrüche dokumentiert. Typisch für den Vulkan sind sogenannte effusive Eruptionen, bei denen Lava relativ ruhig aus Spalten austritt und über die Landschaft fließt.
Für Wissenschaftler bietet der Vulkan daher ein einzigartiges Freiluftlabor, um vulkanische Prozesse zu erforschen. Gleichzeitig zieht jeder Ausbruch zahlreiche Beobachter an – denn nur wenige Orte weltweit ermöglichen einen so direkten Blick auf die Entstehung neuer Landschaften aus glühender Lava.


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