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Bosrucktunnel: ÖBB starten jetzt die Weichenstellung für schnellere Züge zwischen Linz und Selzthal

Tips LogoThomas Leitner, 26.03.2026 20:43

OÖ/STEIERMARK. Die ÖBB treiben eines ihrer wichtigsten Bahnprojekte voran. Für den neuen Bosrucktunnel läuft jetzt die Trassensuche – mit klaren Zielen.
 

Portal Bosrucktunnel (Foto: ÖBB/Finker)
Portal Bosrucktunnel (Foto: ÖBB/Finker)

Mit dem Start des planungsbegleitenden Dialogs nimmt eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte auf der Pyhrnstrecke sichtbar Fahrt auf. Die ÖBB haben 2026 die Arbeiten zur Trassenauswahl für den neuen Bosrucktunnel begonnen und holen regionale Vertreter früh in den Prozess. Damit fällt der Startschuss für jene Planungsphase, die später über Verlauf, Nutzen und Dimension des Großprojekts entscheiden wird.

Der alte Tunnel ist am Limit

Der Neubau gilt als zentraler Baustein für die Modernisierung der Pyhrnstrecke zwischen Linz und Selzthal. Die Verbindung ist nicht nur für den Personenverkehr in Österreich wichtig, sondern auch für den internationalen Güterverkehr Richtung Deutschland, Italien und zu bedeutenden Hochseehäfen. Der bestehende einröhrige Bosrucktunnel stammt aus dem Jahr 1906 und passt längst nicht mehr zu den Anforderungen eines modernen Bahnnetzes.

Vor allem die steile Trassenführung belastet den Bahnbetrieb massiv und verursacht zusätzliche Kosten. Dazu kommt, dass der bestehende Tunnel in den 2040er Jahren aufwendig saniert werden müsste, ohne dass sich dadurch wesentliche Verbesserungen für den Bahnverkehr ergeben würden. Genau deshalb setzen die ÖBB nun auf einen Neubau.

75 Minuten statt 105

Die Ziele des Projekts sind klar formuliert: kürzere Fahrzeiten, mehr Kapazität und eine leistungsfähigere Strecke. Im Fernverkehr soll die Fahrzeit zwischen Linz und Selzthal künftig bei rund 75 Minuten liegen. Derzeit dauert die Verbindung etwa 105 Minuten. Geplant sind außerdem eine flachere Streckenführung und abschnittsweise ein zweigleisiger Ausbau. Das soll sowohl Fahrgästen als auch der Wirtschaft Vorteile bringen und die Bahn als umweltfreundliches Verkehrsmittel deutlich attraktiver machen.

Die offizielle Beauftragung für den Start des Trassenauswahlverfahrens erfolgte bereits 2025 durch das Mobilitätsministerium und den ÖBB-Aufsichtsrat. Nun läuft die konkrete Grundlagenarbeit.

Region wird jetzt eingebunden

Parallel zu Vermessungs-, Kartierungs- und Erkundungsarbeiten startete auch der Dialog mit der Region. In drei Foren für Süd, Nord und die gesamte Region tauschen sich die ÖBB seit dem 24. und 25. März mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Interessenvertretungen und Verwaltung aus. Dieser Prozess soll rund zwei Jahre dauern. Ziel ist es, Fortschritte transparent zu machen und Anliegen aus der Region frühzeitig aufzunehmen.

Sobald erste konkrete Ergebnisse vorliegen, wollen die ÖBB auch öffentliche Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung abhalten. Schon jetzt gibt es Projektinfos online, Fragen und Anregungen können außerdem per Mail eingebracht werden.

Baubeginn erst nach 2030

Das Trassenauswahlverfahren soll voraussichtlich bis 2028 laufen. Erst danach folgen die weiteren Genehmigungsphasen, darunter auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Damit ist klar: Mit dem Bau des neuen Bosrucktunnels wird jedenfalls erst nach 2030 begonnen. Bis dahin entscheidet sich, welche Trasse am Ende als beste Lösung für dieses milliardenschwere Zukunftsprojekt gilt.

 


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