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Paukenschlag in den Alpen: Warum die Großglockner Hochalpenstraße dieses Jahr Geschichte schreibt

Tips LogoThomas Leitner, 24.04.2026 15:20

SALZBURG. Früher als erwartet ist der Weg frei. Die legendäre Alpenstraße startet heuer komplett geöffnet in die Saison – ein seltenes Natur- und Technik-Spektakel.

Durchstich am Großglockner: Sebastian Jury und Johannes Hörl vor den Schneefräsen (Foto: grossglockner.at)

Der Moment ist jedes Jahr besonders – doch heuer sorgt er für echtes Staunen: Mit dem traditionellen Durchstich am Hochtor ist der Weg über die Großglockner Hochalpenstraße frei. Und das gleich vollständig: Bereits ab 25. April ist die gesamte Strecke inklusive aller Highlights befahrbar.

Spektakulärer Durchbruch am Hochtor

Auf 2.504 Metern Höhe trafen sich die Räumtrupps aus Salzburg und Kärnten – und vollendeten den symbolischen Durchstich. Trotz vergleichsweise geringer Schneemengen war die Arbeit alles andere als einfach. Heikle Lawinenlagen und hartnäckiges Kerneis verlangten den Einsatzkräften höchste Präzision ab.

Besonders tückisch: bis zu 20 Zentimeter dicke Eisschichten unter dem Schnee. Diese konnten sich nur langsam durch Sonne und steigende Temperaturen lösen. Ein Kraftakt, der einmal mehr zeigt, wie anspruchsvoll die Vorbereitung der berühmten Alpenstraße ist.

Seltene Premiere zum Saisonstart

Was heuer für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt: Gleich zum Start sind alle Attraktionen erreichbar. Sowohl die Gletscherstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe als auch die Edelweiß-Spitze – mit 2.571 Metern der höchste Punkt – sind von Beginn an geöffnet.

Ein solcher Komplettstart ist eine Seltenheit und hat es seit rund zehn Jahren nicht mehr gegeben. Für Besucher bedeutet das: Panorama, Hochgebirge und spektakuläre Ausblicke von der ersten Minute an.

Tradition trifft Klimaschutz

Auch technisch zeigt sich die Straße am Puls der Zeit. Die historischen Rotationspflüge System Wallack – teils seit 1953 im Einsatz – wurden erneut mit HVO100 betrieben. Dieser nahezu klimaneutrale Treibstoff reduziert die CO₂-Emissionen um bis zu 90 Prozent.

So verbindet die Hochalpenstraße eindrucksvoll Tradition mit moderner Umwelttechnik – mitten im sensiblen Naturraum des Nationalparks Hohe Tauern.

Erste Zeichen des Sommers

Während die letzten Schneereste weichen, kündigt sich der Sommer bereits an: Erste Murmeltiere wurden gesichtet. Ein kleines Detail mit großer Symbolkraft – die Hochalpenstraße erwacht zum Leben und startet in eine neue Saison.

„Die Großglockner Hochalpenstraße ist weit mehr als eine touristische Attraktion – sie ist ein Wahrzeichen für den Wiederaufbau und ein starkes Symbol für die Verbindung von Natur, Technik und regionaler Wertschöpfung in unserem Land. Mit dem Durchstich bei der Schneeräumung ist diese Straße wieder befahr- und erlebbar, was viele Besucherinnen und Besucher des Nationalparks Hohe Tauern bereits sehnsüchtig erwarten“, sagt Landeshauptfrau Karoline Edtstadler.


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