Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

ÖSTERREICH. Die Bedingungen für Bienen und Wespen sind heuer besonders günstig. Während Honigbienen von einem milden Winter profitierten, könnte sich bei anhaltend warmem und trockenem Wetter auch ein starkes Wespenjahr entwickeln. Für Menschen mit Insektengiftallergie steigt damit das Risiko schwerer allergischer Reaktionen.

Wespe (Foto: gamagapix_pixabay.com)
Wespe (Foto: gamagapix_pixabay.com)

Wie eine aktuelle Aussendung vom 1. Juli berichtet, verlief der Start ins Bienenjahr 2026 vielversprechend. Die Winterverluste lagen unter dem langjährigen Durchschnitt und die reichhaltige Frühjahrsblüte sorgte für ein gutes Nahrungsangebot. Gleichzeitig könnten warme Temperaturen dazu führen, dass Wespenvölker in den kommenden Wochen besonders stark wachsen.

Gute Bedingungen für Bienen und Wespen

Nach Einschätzung von Experten beginnen überwinternde Wespenköniginnen durch milde Frühjahre früher mit dem Nestbau und der Eiablage. Dadurch können sich bis zum Spätsommer besonders große Völker entwickeln.

Ob sich tatsächlich ein ausgeprägtes Wespenjahr entwickelt, hängt jedoch maßgeblich vom weiteren Wetter ab. Warme und trockene Bedingungen fördern die Aufzucht der Larven und damit das Wachstum der Nester. Ein kühler oder regnerischer Sommer würde viele junge Wespenvölker hingegen schwächen.

Bei den Honigbienen zeigt sich trotz des guten Starts auch eine Schattenseite. Die Trockenheit reduziert die Nektarproduktion vieler Sommerpflanzen und verkürzt deren Blühdauer. Dadurch verschlechtert sich die Nahrungsgrundlage für die Insekten.

Mehr als 300.000 Menschen betroffen

In Österreich sind mehr als 300.000 Menschen gegen Bienen oder Wespengift allergisch. Während ein Stich bei den meisten Menschen lediglich eine schmerzhafte Schwellung verursacht, kann es bei Allergikern zu schweren Reaktionen kommen.

Warnzeichen sind Schwellungen im Gesichts oder Halsbereich, Atemnot, Schwindel, Herzrasen oder Kreislaufprobleme. Im schlimmsten Fall kann ein anaphylaktischer Schock lebensbedrohlich werden. Experten empfehlen daher, Notfallmedikamente einschließlich eines Adrenalinpräparats während der Insektensaison stets mitzuführen.

Immuntherapie bietet langfristigen Schutz

Als wirksamste Behandlung gilt die allergenspezifische Immuntherapie. Dabei wird das Immunsystem über mehrere Jahre schrittweise an das jeweilige Insektengift gewöhnt. Die Erfolgsrate liegt bei einer Wespengiftallergie bei rund 95 Prozent, bei einer Bienengiftallergie bei mehr als 85 Prozent.

Dennoch erhält derzeit nur etwa jeder fünfte Betroffene diese Behandlung. Die Therapie wird von der Krankenkasse übernommen und ist auch für Kinder ab fünf Jahren zugelassen. Durch beschleunigte Behandlungsverfahren kann der Schutz in bestimmten Fällen bereits innerhalb weniger Tage aufgebaut werden, wobei dafür ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden