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WELT. Bei der Fußball-WM 2026 wächst die Kritik an den Unparteiischen. Mehrere Entscheidungen in wichtigen Spielen sorgen für Ärger bei Trainern, Experten und Fans. Auch die Linie von Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina wird zunehmend diskutiert.

Bei der WM 2026 wächst die Kritik an Schiedsrichtern und VAR. Mehrere Entscheidungen sorgen für Ärger bei Teams und Experten. (Symbolbild); Foto: Vyacheslav/stock.adobe.com, KI-generiert

Eigentlich soll der Videoassistent für Klarheit sorgen. Bei dieser Weltmeisterschaft ist aber oft das Gegenteil der Fall: Nach strittigen Szenen bleiben Entscheidungen unverständlich, Eingriffe aus dem VAR-Raum kommen nicht oder führen zu neuen Fragen.

Wie WELT berichtet, geht es längst nicht mehr nur um einzelne Fehlentscheidungen. Im Zentrum steht inzwischen die grundsätzliche Linie der Schiedsrichter: viel laufen lassen, wenig unterbrechen und nur in klaren Fällen eingreifen.

Ägypten fühlt sich benachteiligt

Neue Kritik gab es nach dem 3:2 von Argentinien gegen Ägypten. Kurz vor dem entscheidenden Tor forderten die Ägypter einen Strafstoß. Der Pfiff blieb aus, auch der Videoassistent sah keinen Anlass für ein Eingreifen. Im Gegenangriff kassierte Ägypten das spielentscheidende 3:2.

Ägyptens Teamchef Hossam Hassan zeigte sich danach schwer enttäuscht. Aus seiner Sicht ging es nicht nur um eine einzelne Szene, sondern um die Wirkung solcher Entscheidungen auf ein ganzes Turnier.

Bereits zuvor hatte Argentinien von einer umstrittenen Regelauslegung profitiert. Im Auftaktspiel gegen Algerien blieb Lionel Messi nach einem harten Einsteigen auf dem Platz und wurde später mit drei Treffern zum Matchwinner.

Kritik trifft auch den VAR

Auch andere Partien heizten die Debatte an. Beim Spiel Frankreich gegen Senegal wurde eine Szene zwischen Kylian Mbappé und Sadio Mané überprüft, die ursprüngliche Entscheidung blieb aber bestehen.

Im Achtelfinale Frankreich gegen Paraguay stand wiederum die großzügige Linie bei harten Zweikämpfen im Mittelpunkt. Mehrere Aktionen der Südamerikaner blieben ohne Konsequenz, was die Kritik an der Spielleitung weiter verstärkte.

Für Unverständnis sorgte auch ein nicht gegebener Strafstoß für Ghana beim 0:0 gegen England. Zudem verschärfte der Fall Folarin Balogun die Diskussion: Der US-Stürmer wurde nach einer Roten Karte nicht gesperrt, sondern erhielt nur eine Bewährungsstrafe.

Collinas Vorgaben werden hinterfragt

Viele Beobachter sehen die Ursache nicht nur bei den einzelnen Schiedsrichtern. Pierluigi Collina gibt als Fifa-Schiedsrichterchef die Linie für das Turnier vor. Seine Vorgabe, Spiele möglichst flüssig zu halten, wird nun kritisch bewertet.

Problematisch ist für Kritiker vor allem, dass die Grenze zwischen großzügiger Spielleitung und fehlender Konsequenz verschwimmt. Wenn harte Fouls nicht einheitlich bewertet werden, verliert der VAR seine eigentliche Funktion als Korrektiv.

Zusätzliche Irritationen gab es nach dem aberkannten deutschen Treffer gegen Paraguay. Collina erklärte später, Torhüter sollten stärker geschützt werden. Öffentlich war diese Auslegung zuvor aber kaum nachvollziehbar kommuniziert worden.

Trainer werden deutlicher

Englands Teamchef Thomas Tuchel fand nach dem Achtelfinaleinzug gegen Mexiko klare Worte. Er kritisierte nicht nur einzelne Entscheidungen, sondern grundsätzlich die Qualität der Schiedsrichter und vierten Offiziellen bei der WM.

Damit wächst der Druck auf die Fifa während des laufenden Turniers. Der Anspruch ist klar: Entscheidungen sollen nachvollziehbar, einheitlich und transparent sein. Genau daran entzündet sich bei dieser WM aber immer häufiger die Kritik.


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