Neues Medikament macht Hoffnung bei seltenem Krebs
BURLINGTON/VEREINIGTE STAATEN. Ein neues Krebsmedikament zeigt in einer frühen klinischen Studie Wirkung gegen das seltene und aggressive Mesotheliom. Forschende der University of Vermont und internationale Partner berichten von guter Verträglichkeit und Krankheitskontrolle bei einem Teil der behandelten Patienten.

Wie Mirage News am 14. Juli 2026 berichtet, richtet sich der Wirkstoff RSO-021 gegen ein Schutzsystem von Tumorzellen. In der Phase 1 Studie erhielten schwer kranke Patienten mit erneut aufgetretenem Mesotheliom das Medikament direkt in den Brustraum.
Mesotheliom entsteht häufig Jahrzehnte nach Kontakt mit Asbest. Die Krankheit betrifft oft das Brustfell, wächst aggressiv und spricht nur begrenzt auf bestehende Therapien wie Immuntherapie oder Chemotherapie an.
Wirkstoff greift Schutz der Tumorzellen an
Der neue Ansatz zielt auf das Enzym PRX3 in den Mitochondrien der Krebszellen. Dieses Enzym hilft Tumoren, oxidativen Stress abzufangen und weiterzuwachsen.
RSO-021 nutzt den Wirkstoff Thiostrepton und soll diese Schutzfunktion blockieren. Dadurch sammeln sich schädigende Sauerstoffverbindungen in den Tumorzellen an, was deren Absterben fördern kann.
In der frühen Studie wurde die Behandlung einmal wöchentlich über einen Katheter direkt in den Pleuraspalt verabreicht. Diese lokale Gabe soll den Wirkstoff nahe an den Tumor bringen und die Belastung des restlichen Körpers verringern.
Krankheit bei zwei Dritteln kontrolliert
Die Phase 1 Studie erfüllte laut den veröffentlichten Daten ihre Hauptziele zu Sicherheit, Verträglichkeit und Dosierung. Bei der 90 Milligramm Dosis wurden keine Todesfälle der Behandlung zugeschrieben.
Nach zwölf Wochen war die Erkrankung bei 67 Prozent der auswertbaren Mesotheliom Patienten kontrolliert. Bei einem Patienten zeigte sich eine teilweise Rückbildung des Tumors, bei weiteren blieb die Krankheit stabil.
Die mittlere Zeit ohne Fortschreiten der Erkrankung lag bei 18 Wochen. Die Gesamtüberlebenszeit war in der ausgewerteten Mesotheliom Gruppe nach 80 Wochen noch nicht erreicht, allerdings ist die Patientenzahl klein.
Weitere Studien sollen Klarheit bringen
Die Ergebnisse gelten als frühes Signal, nicht als Nachweis einer breiten Wirksamkeit. Phase 1 Studien prüfen vor allem Sicherheit und Dosierung, größere Studien müssen den Nutzen bestätigen.
Die Forschenden untersuchen zudem, ob bestimmte genetische Merkmale die Wirkung beeinflussen. Eine Rolle könnte der Transporter SLC7A11 spielen, der mit einer geringeren Empfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff verbunden war.
Eine Phase 2 Studie wurde laut Bericht bereits abgeschlossen. Ergebnisse sollen noch in diesem Jahr bei einem internationalen Onkologie Kongress vorgestellt werden.


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