Paukenschlag: Hamilton muss bei Ungarn-GP weiter hinten starten
UNGARN. Lewis Hamilton zeigte im Qualifying zum Grand Prix von Ungarn eine starke Leistung und verpasste die Pole-Position nur um 0,012 Sekunden. Doch statt über Startplatz zwei zu jubeln, muss der siebenmalige Weltmeister nun sogar weiter hinten starten.

Update (19:05 Uhr): Mittlerweile ist die Grid-Strafe für Lewis Hamilton bestätigt. Der Brite muss beim Großen Preis von Ungarn trotz Platz zwei im Qualifying drei Plätze weiter hinten starten. Grund dafür ist ein Zwischenfall mit McLaren-Pilot Oscar Piastri.
Zwölf Tausendstelsekunden fehlten Hamilton auf seine zehnte Pole auf dem Hungaroring. Mit einer Zeit von 1:17,219 Minuten hatte der Ferrari-Pilot im ersten Versuch von Q3 noch die Bestmarke gesetzt. Im entscheidenden Durchgang schnappte ihm Lando Norris die Pole aber noch weg.
Hamilton droht Strafe beim Ungarn-GP
Der Frust des Briten könnte allerdings noch größer werden. Gegen Hamilton läuft nach dem Qualifying eine Untersuchung der Stewards. Der Vorwurf: Er soll Oscar Piastri in dessen schneller Runde behindert haben. Um 18 Uhr muss Hamilton bei den Rennkommissaren vorsprechen.
Nach dem Qualifying zeigte sich der 41-Jährige entsprechend niedergeschlagen. „Es ist am Ende nicht relevant. Lando hat einen guten Job gemacht und ist eine gute Runde gefahren. Es ist, wie es ist“, sagte Hamilton in der Pressekonferenz nach dem Rennen
Hamilton zeigt sich über Ferrari-Strategie verwirrt
Besonders verwundert zeigte er sich über die Strategie seines Teams. Für den entscheidenden Versuch war Hamilton als erster Fahrer auf die Strecke geschickt worden.
„Ich weiß nicht, warum wir als Erster rausgefahren sind. Das war definitiv ein Schock für mich“, erklärte der Ferrari-Pilot. Auf seiner schnellen Runde leistete er sich zunächst einen kleinen Rutscher, anschließend verschlechterten sich seine Zeiten weiter. „Wir hatten definitiv das Auto, um auf Pole zu sein. Das ist schwer zu verdauen.“
Piastri-Behinderung „war keine Absicht“
Zur möglichen Behinderung von Piastri sagte Hamilton: „Mir wurde erst Bescheid gegeben, als er am Scheitelpunkt hinter mir war. Ich hatte keine Ahnung, dass er hinter mir kam. Es ist verrückt, weil es definitiv keine Absicht war.“
„Sky“-Experte Martin Brundle rechnet dennoch mit einer Strafe. „Er wird eine Strafe bekommen. Normalerweise sind es drei Startplätze – es sei denn, man bremst jemanden absichtlich aus, was hier nicht der Fall war“, sagte der frühere Formel-1-Pilot.
Eine härtere Strafe erwartet Brundle deshalb nicht. An einer Rückversetzung um drei Startplätze führe aus seiner Sicht aber kaum ein Weg vorbei. „Lewis hat über Funk offensichtlich keine Ansage bekommen“, so der Sky-Experte.
Ob die Stewards dieser Argumentation folgen, dürfte sich noch am Samstagabend entscheiden.


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