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Formel 1: Deutsche Rennstrecke könnte künftig in den Rennkalender zurückkehren

Tips LogoManuel Tonezzer, 07.08.2026 09:34

DEUTSCHLAND. Die Formel 1 könnte mittelfristig nach Deutschland zurückkehren. Hockenheim hat erste Gespräche mit der Königsklasse aufgenommen – F1-Boss Stefano Domenicali macht allerdings klar, dass dafür kräftig investiert werden muss.

Die Formel 1 könnte mittelfristig nach Deutschland zurückkehren. Foto: stock.adobe.com/Mathias Weil

Lange ist es her, dass die Formel 1 regelmäßig für volle Tribünen und Schumacher-Euphorie in Deutschland sorgte. Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre gastierte die Königsklasse sogar zweimal pro Saison in Deutschland.

Rekordweltmeister Michael Schumacher sorgte sowohl am Hockenheimring als auch am Nürburgring für Begeisterung.

Formel 1 gastierte zuletzt 2020 in Deutschland

Von diesen Zeiten ist heute nicht mehr viel übrig. Zwar kehrte die Formel 1 während der Corona-Pandemie 2020 noch einmal an den Nürburgring zurück, seitdem sucht man einen deutschen Grand Prix im Kalender allerdings vergeblich.

Die Königsklasse konzentrierte sich stattdessen auf neue Märkte und baute vor allem ihr Engagement in den USA massiv aus.

Formel 1 vor Rückkehr nach Deutschland? Hockenheim macht Hoffnung

Nun könnte sich das Blatt zumindest langfristig wieder wenden. Hockenheim hat Kontakt zur Formel 1 aufgenommen und erste Gespräche geführt. Das bestätigte F1-CEO Stefano Domenicali.

Wir stehen erstmals wieder mit den Verantwortlichen in Hockenheim in Kontakt und prüfen, ob dort mittelfristig wieder ein Rennen stattfinden kann“, erklärte der Italiener.

Hockenheim stellt sich neu auf

Dass Hockenheim wieder auf der Formel-1-Landkarte auftaucht, kommt nicht völlig überraschend. Die Rennstrecke befindet sich derzeit in einem umfassenden Modernisierungsprozess. 2024 übernahm die Emodrom Group 74,99 Prozent der Anteile an der Betreibergesellschaft.

Für das gesamte Areal sind Investitionen von rund 250 Millionen Euro vorgesehen. Unter anderem sollen das Porsche Experience Centre erweitert, ein neues Hotel errichtet und eine Motorworld geschaffen werden. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll die Entwicklung des Standorts weitgehend abgeschlossen sein.

Für die Formel 1 reicht das allerdings noch nicht. Domenicali machte deutlich, dass ein Grand Prix zusätzliche Investitionen erfordern würde.

Zusätzliche Investitionen erforderlich

„Wenn sie über ein mögliches Formel-1-Event sprechen wollen, muss natürlich anders investiert werden, weil unsere Plattform eine andere Art von Investition verlangt“, sagte der F1-Boss.

In Hockenheim nimmt man die neuerlichen Gespräche positiv auf, hält sich mit konkreten Aussagen aber noch zurück.

„Wir befinden uns in einem regelmäßigen Austausch mit der Formel 1. Wir wollen uns ein umfassendes Bild verschaffen, was die Rahmenbedingungen angeht und wie die Chancen und Risiken aussehen“, erklärte Geschäftsführer Jorn Teske gegenüber „auto motor und sport“.

Aktuell gebe es deshalb noch keine konkreten Ergebnisse zu vermelden. Sollte sich tatsächlich eine realistische Aussicht auf einen Grand Prix ergeben, wolle man darüber informieren.

Finanzielle Hürden bleiben

Die finanziellen Rahmenbedingungen waren bereits in der Vergangenheit einer der größten Stolpersteine für einen deutschen Grand Prix.

Anders als in vielen neuen Formel-1-Märkten gibt es in Deutschland keine vergleichbare staatliche Unterstützung für die hohen Gebühren, die ein Veranstalter für die Austragung eines Rennens entrichten muss.

Genau deshalb scheiterte in der Vergangenheit auch das Modell, bei dem sich Hockenheim und der Nürburgring den deutschen Grand Prix teilten. Beide Strecken konnten die enormen Kosten letztlich nicht dauerhaft stemmen.

Domenicali sieht inzwischen allerdings wieder bessere Voraussetzungen. Neben der Modernisierung Hockenheims spielt auch die Entwicklung des deutschen TV-Marktes eine Rolle. Die Formel 1 hat sich zuletzt mit RTL auf eine neue Zusammenarbeit verständigt, zudem wird um die kommenden deutschen TV-Rechte konkurriert.

Konkurrenz um die begehrten Plätze

„In Europa wächst die Aufmerksamkeit weiter. Europa ist für uns ein sehr wichtiger Markt“, betonte Domenicali. Die steigenden Zuschauerzahlen und das größere Interesse der TV-Sender seien ein weiteres positives Signal.

Ein Comeback Hockenheims wäre allerdings alles andere als ein Selbstläufer. Der Formel-1-Kalender ist bereits prall gefüllt, gleichzeitig gibt es zahlreiche Interessenten.

Portugal und die Türkei kehren ab 2027 in den Kalender zurück. Barcelona und Spa-Francorchamps teilen sich künftig bestimmte Renntermine, während Zandvoort nach 2026 aus dem Kalender verschwindet.

Auch aus Afrika gibt es mit Ruanda und Südafrika Interesse an einem Grand Prix.  Thailand, Südkorea und Argentinien werden ebenfalls immer wieder mit einem möglichen Formel-1-Rennen in Verbindung gebracht.

Domenicali: „Tür steht offen“

Für Hockenheim bedeutet das: Selbst wenn die nötigen Investitionen getätigt werden, muss die Strecke sich gegen zahlreiche andere Bewerber durchsetzen.

Die Hoffnung auf eine Rückkehr ist dennoch so groß wie schon lange nicht mehr. Domenicali ließ jedenfalls erkennen, dass die Tür nach Deutschland wieder offensteht: „Zum ersten Mal gibt es wieder die Möglichkeit, etwas gemeinsam mit Hockenheim zu machen. Dabei denken wir nicht nur kurzfristig, sondern an eine längere Zusammenarbeit.“


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