Neue Luftrettungsstation sichert Versorgung bis 2048
MÜNCHEN. Die ADAC Luftrettung eröffnet in Rockenhausen/Dörnbach ihre erste nachhaltige Station. „Christoph 66“ sichert dort die Versorgung für 25 Jahre.

In Rockenhausen/Dörnbach hat die ADAC Luftrettung eine neue, nachhaltig konzipierte Luftrettungsstation für „Christoph 66“ in Betrieb genommen.
Die Station wurde am Montag im Beisein von Staatssekretär Dirk Herber, Landrat Rainer Guth und Stadtbürgermeister Michael Vettermann eingeweiht. Wie die ADAC Luftrettung am Montag mitteilte, übernahm sie Planung, Bau und Finanzierung des Projekts.
Der Neubau war Teil einer europaweiten Ausschreibung des rheinland-pfälzischen Innenministeriums aus dem Jahr 2022. Dabei waren ein Nachhaltigkeitskonzept und Vorgaben zur Energieeffizienz vorgesehen. Die Station wurde innerhalb von weniger als zwei Jahren umgesetzt.
Doppelhangar schafft zusätzliche Kapazitäten
Mit Blick auf die langfristige Nutzung entstand ein Doppelhangar. Dadurch könnte bei Bedarf ein zweiter Rettungshubschrauber stationiert werden, etwa bei Großschadenslagen oder Naturkatastrophen.
Stationsgebäude und Hangar wurden überwiegend in Holzbauweise errichtet. Im Erdgeschoß befinden sich unter anderem Medizin- und Desinfektionsräume sowie Büros. Das Obergeschoß bietet einen Schulungsraum für bis zu 30 Personen und zehn schallgeschützte Ruheräume für die Einsatzcrews.
Bei der Umsetzung arbeitete die ADAC Luftrettung auch mit Unternehmen aus der Region zusammen. Zudem flossen Empfehlungen der örtlichen Feuerwehr in das Brandschutzkonzept ein.
Photovoltaik liefert Großteil des eigenen Stroms
Das Gebäude verfügt über ein Gründach und einen Regenwassertank. Für die Heizung kommt eine Wärmepumpe mit geothermischer Unterstützung zum Einsatz.
Eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher soll bis zu 75 Prozent des benötigten Stroms selbst erzeugen. Bei einem Stromausfall kann die Station über eigene Aggregate weiterbetrieben werden. Ergänzt wird das Konzept durch Brachflächen und Streuobstwiesen.
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen hat den Standort nach Angaben der ADAC Luftrettung zertifiziert.
„Christoph 66“ fliegt in der gesamten Region
In Dörnbach sind drei Piloten und drei Notfallsanitäter mit Zusatzqualifikation für Windeneinsätze beschäftigt. Hinzu kommen 15 Notärztinnen und Notärzte der Uniklinik Homburg und des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern.
Das reguläre Einsatzgebiet umfasst Kaiserslautern und den Landkreis Kaiserslautern sowie die Landkreise Kusel und Birkenfeld und den Donnersbergkreis. Für Patientenverlegungen kann der Hubschrauber in ganz Rheinland-Pfalz eingesetzt werden. Zudem dient er als offizieller Intensivtransporthubschrauber des Saarlandes.
„Christoph 66“ ist laut ADAC der einzige notarztbesetzte Rettungshubschrauber mit Rettungswinde in Rheinland-Pfalz. Alarmiert wird die Maschine vom Typ H145 durch die Rettungsleitstelle Kaiserslautern.
Mehr als 11.000 Einsätze seit 2019
Der tägliche Flugbetrieb beginnt mit Sonnenaufgang, frühestens um 7 Uhr, und endet mit Sonnenuntergang. Technisch wäre künftig auch ein Einsatz in der Dämmerung oder bei Dunkelheit möglich.
Im vergangenen Jahr wurde die Crew 1.530 Mal alarmiert. 112 Einsätze erfolgten mit der Rettungswinde. Seit der Stationierung in der Westpfalz im Jahr 2019 absolvierte „Christoph 66“ nach Angaben der Organisation mehr als 11.000 Einsätze.








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