Darum sind Gelsen wichtiger, als viele Menschen denken
ÖSTERREICH. Sie stechen, nerven und rauben uns den Schlaf. Doch Gelsen erfüllen wichtige Aufgaben in der Natur – während sich neue Arten in Österreich ausbreiten.

Das bislang vergleichsweise schwache Gelsenjahr dürfte viele freuen. Doch das kann sich rasch ändern: Nach längeren Hitze- und Trockenperioden können Starkregen und stehendes Wasser innerhalb kurzer Zeit für eine starke Vermehrung sorgen. Gleichzeitig verändert der Klimawandel die Gelsenwelt in Österreich.
Mehr als 50 Arten leben in Österreich
Mehr als 50 Gelsenarten sind hierzulande nachgewiesen. Besonders verbreitet ist die Gemeine Hausgelse, die Regentonnen, Vogeltränken oder andere Wasseransammlungen als Brutstätten nutzt. Daneben gibt es unter anderem Überschwemmungs-, Frühjahrs- und Fiebergelsen.
„Überschwemmungsgelsen können sich nach Hochwasserereignissen innerhalb kurzer Zeit massenhaft entwickeln“, erklärt Naturschutzbund-Expertin Carolina Trcka-Rojas. Ihre Eier können jahrelang im trockenen Boden überdauern.
Die Gemeine Hausgelse gerät hingegen zunehmend unter Druck. Erhebungen aus Wien zeigen seit 2020 einen Rückgang um rund 70 Prozent. Als Ursachen gelten unter anderem mildere Winter mit starken Temperaturschwankungen sowie lange Trockenperioden.
Tigermücke breitet sich weiter aus
Gleichzeitig gewinnen invasive Arten an Boden. Die Asiatische Tigermücke wurde 2012 erstmals in Österreich nachgewiesen und 2022 bereits in allen Bundesländern festgestellt. Auch Japanische und Koreanische Buschmücken breiten sich aus. Einige invasive Arten können potenziell Krankheitserreger übertragen.
Trotzdem sind Gelsen ökologisch wichtig: Sie dienen Fischen, Libellen, Schwalben und Fledermäusen als Nahrung, tragen zur Bestäubung bei und ihre Larven filtern Mikroorganismen und Schwebstoffe aus dem Wasser. Die ungeliebten Blutsauger sind damit ein wichtiger Bestandteil funktionierender Ökosysteme.








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