Wandern wird teurer: Bis zu 90 Euro Eintritt und Online-Reservierung nötig
WELT. Wandern war lange eine der günstigsten Arten, Urlaub zu machen. Doch auf einigen der berühmtesten Trails der Welt müssen Reisende inzwischen tief in die Tasche greifen.

Wanderschuhe an, Rucksack auf und los? Auf den berühmtesten Wanderwegen der Welt funktioniert das längst nicht mehr überall so einfach.
Immer mehr beliebte Ziele verlangen Eintritt, eine Reservierung oder spezielle Genehmigungen. Die Preise reichen von wenigen Euro bis zu deutlich höheren Beträgen – und auch in Europa wird Wandern zunehmend reguliert.
Drei Zinnen: 40 Euro für die Zufahrt
Ein besonders bekanntes Beispiel liegt nur wenige Stunden von Österreich entfernt in den italienischen Dolomiten. Wer mit dem Auto zu den berühmten Drei Zinnen fahren und seine Wanderung bei der Auronzo-Hütte starten möchte, muss 2026 für die rund sechs bis sieben Kilometer lange Mautstraße 40 Euro bezahlen. Für Motorräder werden 26 Euro, für Wohnmobile 60 Euro fällig.
Die Zufahrt ist zudem nur mit vorheriger Online-Reservierung und einem gebuchten Zeitfenster möglich. Das Ticket gilt grundsätzlich für bis zu zwölf Stunden.
Die Gebühr ist allerdings kein Eintritt für den Wanderweg rund um die Drei Zinnen. Wer zu Fuß von einem anderen Ausgangspunkt kommt, zahlt nicht automatisch diese 40 Euro. Die Regelung soll vor allem den Autoverkehr und die Besucherströme in einem der meistbesuchten Gebiete der Dolomiten kontrollieren. Dass das notwendig ist, zeigt der Besucherandrang. Gerade an den Drei Zinnen kommt es in der Hauptsaison regelmäßig zu überfüllten Parkplätzen, Staus und langen Schlangen an den beliebtesten Aussichtspunkten.
Madeira: 4,50 Euro für den Wanderweg
Noch direkter trifft es Wanderer auf Madeira. Seit 2026 müssen Besucher für die offiziellen PR-Wanderwege der portugiesischen Insel vorab ein Zeitfenster reservieren. Die Gebühr beträgt grundsätzlich 4,50 Euro pro Person. Betroffen sind unter anderem beliebte Routen zum Pico Ruivo und zur Ponta de São Lourenço.
Die Maßnahmen sollen die Besucherzahlen steuern, die Wege entlasten und die empfindliche Natur schützen.
USA: Zusätzliche Gebühren für besondere Touren
Auch in den USA sind Gebühren für Nationalparks und spezielle Wanderungen längst üblich. Wer beispielsweise im Yosemite-Nationalpark den berühmten Half Dome über die Kabel erklimmen möchte, benötigt ein eigenes Permit. Dafür werden 10 US-Dollar pro Person plus 10 US-Dollar pro Antrag fällig.
Bei mehrtägigen Wanderungen im Yosemite-Wilderness-Gebiet kostet das Permit ebenfalls 10 US-Dollar pro Antrag. Zusätzlich fallen 5 US-Dollar pro Person an. Noch teurer kann eine Tour im Grand Canyon werden:
Für ein Backcountry-Permit werden 10 US-Dollar fällig, dazu kommen 15 US-Dollar pro Person und Nacht für Übernachtungen unterhalb des Canyon-Rands.
Gebühr von 100 Dollar für internationale Besucher
Wer beispielsweise zu zweit zwei Nächte im Backcountry verbringt, zahlt damit allein für Permit und Übernachtungen 70 US-Dollar. Für internationale Besucher ab 16 Jahren kommt seit 2026 im Grand Canyon unter bestimmten Voraussetzungen außerdem eine zusätzliche Gebühr von 100 US-Dollar pro Person hinzu.
Die neuen Gebühren haben meist einen ähnlichen Hintergrund. Mit den Einnahmen sollen Wege instand gehalten, Toiletten und andere Infrastruktur finanziert sowie Sicherheits- und Rettungsmaßnahmen ermöglicht werden. Gleichzeitig können Reservierungen verhindern, dass sich tausende Menschen gleichzeitig auf denselben wenigen Kilometern eines Trails drängen.
Für Wanderer bedeutet das allerdings eine neue Gewohnheit. Wer heute einen der berühmtesten Wege der Welt gehen möchte, sollte nicht mehr nur Wetterbericht und Wanderschuhe im Blick haben. Zunehmend gehört auch die Frage dazu: Brauche ich ein Ticket?








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