Österreich erlebt die trockenste Periode seit 176 Jahren
ÖSTERREICH. Rekordhitze und viel zu wenig Regen: Österreich erlebt eine historische Trockenheit. Besonders dramatisch ist die Lage im Osten und in Oberösterreich.

Österreich trocknet aus – und das in einem seit Beginn der Messungen nicht gekannten Ausmaß. Nach zwei Hitzewellen mit Temperaturen bis 41,2 Grad fehlen in weiten Teilen des Landes enorme Regenmengen. Laut GeoSphere Austria waren die vergangenen zwölf Monate die trockensten seit Beginn der Messgeschichte im Jahr 1850.
Oberösterreich fehlen 42 Prozent Regen
Besonders deutlich zeigt sich das Defizit auch in Oberösterreich: Von 1. Jänner bis 12. August fiel um 42 Prozent weniger Niederschlag als üblich. Nur Niederösterreich liegt mit minus 43 Prozent noch schlechter. Österreichweit gab es auf 72 Prozent der Landesfläche heuer mehr trockene Tage als in jedem der vergangenen 65 Jahre.
Noch extremer ist die Situation im Osten. In Poysdorf hat es seit 8. Juli überhaupt nicht mehr geregnet. Wiener Neustadt verzeichnete von Februar bis Juli mit nur 170 Millimetern Niederschlag den trockensten entsprechenden Zeitraum seit Beginn der dortigen Aufzeichnungen im Jahr 1857.
„Beispiellos in der Messgeschichte“
Zur Trockenheit kommt die enorme Hitze. Sie verstärkt die Verdunstung und entzieht den Böden zusätzlich Feuchtigkeit. Klimaforscher Klaus Haslinger spricht vom „Durst der Atmosphäre“. Der sogenannte Trockenheitsindex SPEI fiel im Juli für die vergangenen zwölf Monate unter minus vier. „Das ist beispiellos in der gesamten Messgeschichte und stellt damit auch bisherige Extremjahre in den Schatten“, sagt Haslinger.
Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Selbst durchschnittliche Regenmengen könnten das enorme Defizit laut GeoSphere Austria nicht rasch ausgleichen. Erst ab Oktober deuten Langfristprognosen auf etwas feuchtere Bedingungen hin – allerdings sind Vorhersagen über mehrere Monate mit großen Unsicherheiten verbunden.








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