Drama in Italien: Beliebter Badesee trocknet immer weiter aus
ITALIEN. Die anhaltende Hitze und Trockenheit hinterlassen am Lago Maggiore deutliche Spuren. Der Wasserstand des beliebten Urlaubs- und Badesees ist massiv gesunken und nähert sich historischen Tiefstwerten. An manchen Stellen liegen große Uferflächen frei. Italien und die Schweiz haben inzwischen Maßnahmen ergriffen.

Wo sich normalerweise das Wasser des Lago Maggiore erstreckt, sind derzeit teilweise Sand, Kies und trockengefallene Flächen zu sehen. Besonders deutlich zeigt sich die Situation am südlichen Ende des Sees bei Sesto Calende und entlang des Ticino. Drohnenaufnahmen zeigen dort große Kiesflächen, Inseln und Seitenarme, in denen kaum noch Wasser vorhanden ist.
Wasserstand sinkt seit Wochen
Bereits im Juli hatte sich die Situation erheblich verschärft. Am 21. Juli wurde für den Lago Maggiore nur noch ein Füllgrad von 14 Prozent angegeben. Anfang Juli waren es noch rund 40 Prozent gewesen. Seither setzte sich der Rückgang fort.
Auswirkungen auch für Urlauber
Der außergewöhnlich niedrige Wasserstand ist längst nicht mehr nur an den Ufern sichtbar. Anlegestellen können teilweise nicht mehr wie gewohnt genutzt werden, zudem gab es Einschränkungen für die Schifffahrt. An flachen Uferabschnitten hat sich die Wasserlinie deutlich zurückgezogen.
Schweiz lässt zusätzlich Wasser ab
Die angespannte Situation hat inzwischen zu einer grenzüberschreitenden Maßnahme geführt. Italien und die Schweiz haben vereinbart, mehr Wasser aus dem Einzugsgebiet des Luganersees über die Tresa Richtung Lago Maggiore fließen zu lassen.
Trockenheit setzt Norditalien unter Druck
Die Folgen reichen weit über den Tourismus hinaus. Das Wasser des Lago Maggiore gelangt über den Ticino in eines der bedeutendsten landwirtschaftlichen Gebiete Italiens. Kanäle wie der Villoresi versorgen große Flächen nördlich von Mailand mit Wasser. Gerade während der heißen Sommermonate wird die knappe Ressource dort dringend für die Bewässerung benötigt.
Auch die Trinkwasserversorgung bereitet in Teilen der Lombardei Probleme. Mehrere Gemeinden waren zuletzt von Engpässen betroffen, teilweise musste Wasser mit Tankwagen geliefert werden.







