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PIEMONT/ITALIEN. Die anhaltende Trockenheit hat die Wasserkrise in der norditalienischen Region Piemont dramatisch verschärft. Inzwischen sind in mehr als 70 Gemeinden und Ortsteilen die Leitungen komplett trocken.

Symbolbild: New Africa/stock.adobe.com
Symbolbild: New Africa/stock.adobe.com

Die Situation stellt die betroffenen Kommunen vor enorme organisatorische und finanzielle Herausforderungen, während die Bevölkerung auf eine Notversorgung angewiesen ist.

Akute Notversorgung durch Tanklastwagen

Da die normalen Wasserleitungen in den betroffenen Gebieten kein Wasser mehr führen, läuft eine groß angelegte Notversorgung. Tausende Menschen erhalten Trinkwasser ausschließlich über mobile Wassertransporter. Seit Beginn der akuten Notlage wurden bereits knapp 600 Fahrten mit Tanklastwagen durchgeführt. Die finanziellen Aufwendungen für diese Notversorgung belaufen sich mittlerweile auf mehr als 400.000 Euro und belasten die Gemeindebudgets stark. Besonders betroffen von den Ausfällen sind kleinere Ortschaften in den Provinzen Alessandria, Asti, Cuneo, Turin, Biella und Verbano-Cusio-Ossola.

Dramatischer Rückgang von Niederschlägen

Hintergrund der Krise ist ein massives meteorologisches Defizit. Nach Angaben der Regionalbehörden sind die Niederschläge in den vergangenen drei Monaten um 55 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig haben außergewöhnlich hohe Temperaturen zu einer extrem starken Verdunstung geführt.Die Wasserreservoirs in den Bergen befinden sich auf historischen Tiefstständen, und die verbliebenen Schneereserven sind nahezu vollständig  verschwunden. Auch das wichtigste Flusssystem der Region leidet extrem: Der Po führt deutlich weniger Wasser, wobei am Pegel Isola Sant’Antonio ein besorgniserregendes Defizit von bis zu 75 Prozent verzeichnet wird.

Strikte Einschränkungen

Um die verbleibenden Wasserreserven zu schützen, haben zahlreiche betroffene Gemeinden drastische Verbrauchsbeschränkungen erlassen. Unter anderem ist das Bewässern von Gärten, das Waschen von Fahrzeugen sowie das Auffüllen privater Pools streng verboten. Die Bevölkerung wird kontinuierlich dazu aufgerufen, Trinkwasser ausschließlich für lebensnotwendige Zwecke zu verwenden.

Auswirkungen auf die Landwirtschaft

Neben der Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung ist vor allem der Agrarsektor massiv gefährdet. Die anhaltende Dürre und der Mangel an Bewässerungswasser bedrohen insbesondere die regional bedeutsamen Reis-, Mais- und Sojakulturen. Für viele Gemeinden und Landwirte bleibt die Situation angespannt, und die Versorgung hängt auf absehbare Zeit von den täglichen Einsätzen der Wassertankwagen ab. 


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