Sturzflut in Nepal: Schuldirektor rettet mehr als 1600 Menschen
NEPAL. Eine gewaltige Flutwelle raste auf eine Schule in Nepal zu, als Lehrer Rajendra Dawadi die entscheidenden Sekunden nutzte. Mit einem Alarm und einem schnellen Anruf bei mehreren Busfahrern bewahrte er mehr als 1.600 Menschen vor der Katastrophe.

Nach der verheerenden Sturzflut in Nepal und der angrenzenden autonomen Region Tibet in China suchen Rettungskräfte weiterhin nach rund 2.500 Vermissten.
Mehr als 670 Menschen kamen bereits ums Leben, nach Angaben des Roten Kreuzes sind zudem mehr als 90.000 Menschen von den Folgen der Katastrophe betroffen.
Inmitten der schweren Zerstörungen konnten andernorts allerdings Menschen rechtzeitig evakuiert werden: Ein Schuldirektor reagierte in einem entscheidenden Moment und brachte mehr als 1.600 Menschen in Sicherheit. Das berichtet der „Mirror“.
Schuldirektor rettete 1600 Menschen
Rajendra Dawadi, Direktor der Tribhuvan Trishuli Secondary School im Trishuli-Tal im Norden Nepals, hatte am Mittwoch, dem 26. August, bereits rund 900 Kinder an seiner Schule begrüßt. Weitere etwa 700 Schülerinnen und Schüler waren zu diesem Zeitpunkt noch mit Schulbussen auf dem Weg zum Schulgelände.
Dann erhielt Dawadi einen dringenden Anruf von einem Freund. Eine Schule rund acht Kilometer flussaufwärts war von den Wassermassen des Trishuli-Flusses getroffen worden. Für Dawadi war damit rasch klar, dass die Flut auch seine Schule erreichen könnte. Insgesamt befanden sich zu diesem Zeitpunkt 1.643 Kinder und Mitarbeiter auf dem Gelände oder waren auf dem Weg dorthin.
Schuldirektor reagiert sofort
Dawadi reagierte umgehend. Er schlug die Schulglocke und forderte die Lehrer auf, die Kinder aus den Klassenzimmern zu bringen und sich in Sicherheit zu begeben. Gleichzeitig kontaktierte er die Fahrer der Schulbusse, die sich noch auf dem Weg zur Schule befanden, und forderte sie auf, umzukehren.
Damit verhinderte er offenbar, dass die Kinder direkt in den Weg der Flut gerieten. Einige der Busse waren bereits in der Nähe der Brücke, die zum Schulgelände führt. Die Warnung erreichte die Fahrer somit offenbar im entscheidenden Moment.
Während die Schülerinnen und Schüler das Gelände verließen, wurde die Situation zunehmend gefährlich. Dawadi schloss sich den Menschen an, die zu Fuß vor den Wassermassen flohen, und suchte schließlich unter einem Bodhi-Baum Schutz.
Von dort aus musste der Schuldirektor mit ansehen, wie die Flut das Schulgebäude und weitere Teile des Geländes erfasste. Die Wassermassen rissen Gebäude und Gegenstände mit sich und hinterließen schwere Schäden.
Zwei Mitarbeiter kommen ums Leben
Dank der rechtzeitigen Evakuierung konnten laut Berichten alle Kinder gerettet werden. Auch die meisten Mitarbeiter erreichten rechtzeitig einen sicheren Ort.. Zwei Angestellte der Schule kamen jedoch ums Leben.
Der 32-jährige Santos P. kehrte während der Evakuierung in sein gemietetes Zimmer nahe dem Fluss zurück, um Frühstück zuzubereiten. Dort wurde er von den Wassermassen erfasst und mitgerissen. Auch der Hausmeister Sultan L. kehrte noch einmal zur Schule zurück, um die Türen zu schließen, und wurde dabei von der Flut getötet.








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