Dieser Österreicher verlangt in New York 60 Dollar für ein Brot
NEW YORK/GRAZ. Ein Laib Brot umgerechnet mehr als 50 Euro: Der Grazer Bäcker Martin Auer sorgt mit seinem ersten Geschäft in New York für Aufsehen – und setzt dabei konsequent auf Roggen.

Wer beim Bäcker schon über steigende Brotpreise staunt, dürfte bei diesem Angebot zweimal hinschauen: In Manhattan verkauft der Grazer Bäcker Martin Auer einen 1,5 Kilogramm schweren Laib Roggen-Sauerteigbrot um 60 Dollar. Nach aktuellem Wechselkurs sind das rund 52 Euro.
Seit 10. September ist „RYE by MARTIN AUER“ in der 285 Lafayette Street am Rand von SoHo geöffnet. Es ist die erste Filiale des österreichischen Familienunternehmens außerhalb Österreichs und zugleich Standort Nummer 43.
Roggen aus Österreich, gebacken in Manhattan
Das Konzept ist ungewöhnlich konsequent. Im Mittelpunkt steht praktisch nur ein einziges Brot: ein Bio-Roggen-Sauerteigbrot, das als ganzer, halber oder geviertelter Laib sowie belegt verkauft wird.
Der Roggen stammt aus Österreich, gebacken wird direkt in New York. Der Sauerteig basiert laut dem New Yorker Gastro-Magazin „Grub Street“ auf einer jahrzehntealten Kultur. Der Teig darf bis zu 24 Stunden fermentieren.
Auer selbst bringt die Rezeptur auf eine einfache Formel: Roggenmehl, Wasser, Salz – und Zeit.
Der Preis von 60 Dollar sorgt erwartungsgemäß für Diskussionen. Ausgerechnet ein New Yorker Gastro-Medium fällt nach der Verkostung jedoch ein positives Urteil: „Grub Street“ beschreibt das Brot als aromatisch und überzeugend und hält den außergewöhnlichen Preis zumindest geschmacklich für nachvollziehbar.
Der Traum von New York begann vor zwölf Jahren
Hinter der Eröffnung steckt eine lange Vorgeschichte. Bereits 2014 hatte Martin Auer Pläne für eine Bäckerei in New York. Ein erster Anlauf mit einem Standort in Tribeca scheiterte später unter anderem an Problemen rund um Gebäude und Ausbau.
Mehr als ein Jahrzehnt danach hat der Grazer Unternehmer seinen Amerika-Traum nun gemeinsam mit seinem Sohn Tim verwirklicht.
Und selbst die Adresse passt zur außergewöhnlichen Geschichte: In dem Gebäude an der Lafayette Street lebte einst Musiklegende David Bowie.
Neben dem berühmten Roggenlaib werden im neuen Geschäft auch belegte Brote angeboten – etwa mit Butter und Schnittlauch, Liptauer, Marillenmarmelade oder Lachsrogen.
Aus einem der bodenständigsten Lebensmittel überhaupt wird damit mitten in Manhattan ein Luxusprodukt. Ob 60 Dollar für einen Laib Brot angemessen sind, dürfte wohl weiter für Diskussionen sorgen. Fest steht: Mit seinem Roggenbrot ist Martin Auer in New York bereits kurz nach der Eröffnung Gesprächsthema.








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