Vogelzug im Herbst: Warum manche Arten gar nicht weit wegfliegen
ÖSTERREICH. Wenn im Herbst die Zugvögel Österreich verlassen, führt ihre Reise nicht automatisch Tausende Kilometer weit. Zum Weltzugvogeltag am 10. Oktober zeigt der Naturschutzbund, warum manche Arten nur bis Südeuropa ziehen – oder sogar hierbleiben.

Ob ein Vogel im Herbst Richtung Süden aufbricht, hängt weniger von der Kälte als vom verfügbaren Futter ab. Insekten verschwinden, Böden frieren zu und Schnee erschwert die Nahrungssuche. Doch die Strategien der einzelnen Arten unterscheiden sich deutlich.
Von Südeuropa bis südlich der Sahara
Langstreckenzieher wie Gartenrotschwanz, Kuckuck oder Rauchschwalbe fliegen bis südlich der Sahara. Kurzstreckenzieher legen dagegen meist weniger als 2.000 Kilometer zurück und verbringen den Winter vor allem in West- und Südeuropa oder im Mittelmeerraum.
Sie reagieren vergleichsweise flexibel auf milde Winter. Manche Tiere bleiben sogar in der Nähe ihrer Brutgebiete. Mittelstreckenzieher zieht es hingegen häufig nach Nordafrika, in den Nahen Osten oder bis an den nördlichen Rand der Sahara.
Manche Mäusebussarde bleiben in Österreich
Wie unterschiedlich die Strategien sind, zeigt der Mäusebussard. Er ist in Österreich das ganze Jahr über anzutreffen. Im Winter kommen zusätzlich Tiere aus Nord- und Osteuropa hinzu. Gleichzeitig ziehen manche in Österreich brütende Mäusebussarde Richtung Süden, wo offene Kulturlandschaften gute Jagdmöglichkeiten bieten.
Auch der Hausrotschwanz ist flexibel. Viele Tiere ziehen ins Mittelmeergebiet, einzelne überwintern mittlerweile aber auch in Österreich. Die Singdrossel verbringt den Winter überwiegend in Südwesteuropa oder Nordafrika. Beim Star zieht ebenfalls nur ein Teil der Population Richtung Süden.
Rastplätze können überlebenswichtig sein
Entscheidend sind geeignete Lebensräume entlang der Zugrouten. Feuchtgebiete, naturnahe Wiesen, Äcker, Hecken und Gehölze bieten Nahrung und sichere Rastplätze. Gehen solche Flächen verloren, kann laut Naturschutzbund selbst eine vergleichsweise kurze Reise für die Tiere zur Herausforderung werden.
Der Naturschutzbund ruft deshalb gemeinsam mit der Initiative „Tierisch engagiert“ dazu auf, Beobachtungen von Zugvögeln auf naturbeobachtung.at oder über die gleichnamige App zu melden. Fotos und Beobachtungsdaten sollen dabei helfen, Veränderungen bei Vorkommen und Zugzeiten langfristig sichtbar zu machen.








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