Josef Wurm führt seit 29 Jahren den Kindergartenverein
OFFENHAUSEN. Dass ein Kindergarten von einem Verein geführt wird, das allein ist schon eine Besonderheit. Dass dieser Verein schon seit fast drei Jahrzehnten nur einen Obmann hat, das macht den Kindergarten Offenhausen einzigartig.

Josef Wurm, von Beruf Filialleiter bei der Sparkasse, führt seit 29 Jahren in seiner Freizeit und ehrenamtlich eine Organisation mit bald 16 Mitarbeitern. Im Herbst werden es 94 Kinder sein, die in fünf Gruppen im Kindergarten Offenhausen betreut werden (davon drei Kindergarten-Gruppen, eine Krabbelstuben-Gruppe und eine Hort-Gruppe).
Wurm kümmert sich um die Personalangelegenheiten (Kindergartenleiterin, Pädagoginnen und die anderen Kräfte sind beim Verein angestellt), organisiert Feste mit, plant den Betriebsausflug und kümmert sich um die vielen anderen Dinge, die in einem Verein zu erledigen sind. Dazu kommen noch die Vorstands- und Ausschusssitzungen. Besonders wichtig sind ihm die regelmäßigen Besprechungen mit seiner Stellvertreterin Bettina Eder, Kindergarten-Leiterin Elke Auinger und Bürokraft Regina Wickenhauser. Hinter ihm steht aber ein tolles Team an Ehrenamtlichen und Mitarbeiterinnen, wie Wurm erzählt: „Es sind vier Säulen, die den Kindergarten am Laufen halten: der Verein, das Personal, die Eltern und die Gemeinde.“ Der Vereinsausschuss hat 25 Mitglieder, im Vorstand sind sieben Personen. Mitglieder zählt der Kindergartenverein etwa 200, das sind vor allem die Eltern der Kindergartenkinder und zahlreiche Unterstützer.
Damals die eigenen Kinder im Kindergarten
Der 62-jährige Offenhausener hat 1989, nach der Feier zum 100-jährigen Bestehen, die Obmannschaft im Kindergartenverein übernommen, nachdem er schon mehrere Jahre Obmann-Stellvertreter war. Damals waren seine eigenen Kinder im Kindergarten. Heute sind sie längst dem Kindergarten-Alter entwachsen, der Vater ist dem Kindergarten aber treu geblieben, weil ihm ehrenamtliches Engagement einfach Freude bereitet. „Der Kindergartenverein hat mich immer fasziniert, darin sehe ich viele Vorteile. Hier sollen und können Eltern vermehrt mitdenken, mitreden und auch mitarbeiten“, fügt Wurm hinzu.
Es hat sich viel getan
„Es ist ein Hammer, was sich im Kindergarten schon alles getan hat“, blickt der Obmann zurück. Dabei denkt er zum Beispiel daran, wie die Kinder noch von den Kreuzschwestern betreut wurden, seit 1996 hat man eine weltliche Kindergartenleiterin und weltliche Pädagoginnen und Helferinnen angestellt. Man orientiert sich in pädagogischen Angelegenheiten auch immer noch an Caritas-Richtlinien. Etwa ist das Feiern der Kirchenfeste ein wichtiger Bestandteil im Kindergartenjahr.
Ein Meilenstein war für ihn aber der Bezug eines neuen Gebäudes. 2002 wurde das Haus eröffnet. Seither gab es schon mehrere Erweiterungen. In der letzten Ausbau-Stufe (2017/18) hat die Gemeinde rund 170.000 Euro investiert. Es wurden ein neuer Speisesaal und eine Küche eingerichtet, ein neuer Gymnastikraum installiert und ein Lift über drei Etagen eingebaut.
Kraft aus Familie und Glaube
Die Kraft für die ehrenamtliche Führung einer so großen Organisation schöpft er aus seiner Familie (er hat eine Frau, drei Kinder und drei Enkel) und dem Glauben. Das macht sich auch durch sein Engagement in der Pfarre bemerkbar. 25 Jahre war er im Pfarrgemeinderat, zehn Jahre davon sogar Obmann, parallel zu seiner Tätigkeit im Verein.


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