OHLDORF/LINZ. Die Pestizidrückstände im Ohlsdorfer Grundwasser sind in den letzten Wochen massiv gesunken, Wasserversorger im weiteren Traunverlauf sind nicht betroffen. Das gab Landesrat Rudi Anschober bei einer Pressekonferenz bekannt.
Die kürzlich gesetzten Maßnahmen im Bereich der Deponien beginnen zu greifen: So ging die Belastung der Sonde 16 (Betriebsareal Süd) innerhalb eines Monats von 65 auf 3,7 µg/Liter zurück, im Brunnen Sandhäuslberg sanken die Werte im selben Zeitraum von 15 auf 9,6 µg/Liter. Ob dieser erfreuliche Trend anhält, werden die nächsten Messreihen zeigen, so Anschober. Als völlig unbelastet erwiesen sich bislang die Wasserversorgungsanlagen am Grundwassersbegleitstrom der Traun, etwa Schwanenstadt.Noch immer untersucht wird, wie das Clopyralid in das Betriebsareal Nord gekommen ist. Im Flysch-Helvetikum zwischen den beiden Betriebsarealen gibt es bis dato keine Hinweise auf Undichtheiten, eine Verschleppung über die zwischen beiden Arealen liegende Schlammpipeline und die Einbringung über die Aurachrinne werden von Experten ausgeschlossen. Noch untersucht werden mögliche Einbringungen nördlich des Flyschriegels sowie das hydrogeologisch herausfordernde Gebiet zwischen beiden Arealen.Die Baurestmassendeponie 2 im Areal Süd ist nach vorliegenden Erkenntnissen dicht, derzeit wird ein Gutachten über nötige Sanierungsschritte erstellt.Mögliches System illegaler EntsorgungenGleichzeitig werden, so Anschober, allfällige weitere bedenkliche Einlagerungen in der Baurestmassendeponie untersucht. Dazu werden die Entsorgungswege größerer Produzenten von Pestiziden und anderen Stoffen auf ihre Plausibilität hin analysiert, um zu klären, ob es sich um ein System illegaler Entsorgung handelt. Um die Schadstoffausbreitung und den Zusammenhang der belastete Gebiete genauer untersuchenzu können, soll außerdem ein Färbeversuch durchgeführt werden. Ohlsdorf „will Geld zurück“ Für Ohsldorfs Bürgermeisterin Christine Eisner (VP) steht nun, nachdem eine Wasserleitung ausGmunden die Wasserversorgung für die Gemeinde absichert, vor allem die Kostenfrage im Vordergrund. Sobald gegen den Verursacher Anklage erhoben wird, will sich die Gemeinde anschließen, um Ersatz für die auf 1,5 Millionen Euro geschätzten Kosten zu erhalten. Teuer waren bzw. sind vor allem der Leitungsbau und die laufenden Kosten für die Wasserlieferungen. “Ich will unser Geld zurück“, so Eisner. SP-Landtagsabgeordnete Sabine Promberger fordert Landeshilfe für die Gemeinde, die „nun auch finanziell zum Draufzahler“ zu werden drohe.
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