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"Die österreichischen fleischverarbeitenden Betriebe sind mit jenen in Deutschland nicht zu vergleichen"

Tips LogoNora Heindl, 06.07.2020 14:14

OÖ. Die Corona-Krise lenkte den Blick spätestens seit den Berichten rund um den Schlachthof Tönnies nicht nur auf die Lebensmittelversorgung, sondern insbesondere auch auf die Fleischverarbeitung und die Arbeitsbedingungen. „Dabei sind die fleischverarbeitenden Betriebe mit jenen in Deutschland nicht zu vergleichen“, betont Landesrat Hiegelsberger. In Österreich seien die Arbeiter gemäß einem Branchen-Kollektivvertrag und unter deutlich höheren sozialrechtlichen Bedingungen eingestellt.

Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (Foto: Hermann Wakolbinger)
Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (Foto: Hermann Wakolbinger)

Bei Schlachthöfe gelten wegen der Arbeitsbedingungen – teilweise enger Kontakt zu Kollegen und Bedingungen, welche die Tröpfcheninfektion begünstigen – höhere Ansteckungsrisiken. Ein betroffener Betrieb im Bezirk Ried ist daher proaktiv auf die Behörden zugegangen und hat freiwillig die Mitarbeiter einem Covid-19-Test unterzogen. Damit konnten die positiv getesten Angestellten rechtzeitig identifiziert und eine weitere Ausbreitung zum aktuellen Zeitpunkt verhindert werden. „Das Virus ist nach wie vor unter uns. Bis ein Impfstoff gefunden wird, müssen wir auf Umsichtigkeit und Eigenverantwortung setzen. Das vorsorgliche Handeln der Schlachthöfe unter Einbeziehung der Behörden ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir uns bestmöglich damit auseinandersetzen“, so Hiegelsberger.

„Verbesserung der Tierschutzstandards wird laufend nachgekommen“

Der Fleischkonsum hat sich in den letzten Jahren gemäß Statistik Austria auf einem konstanten Niveau von rund 64 Kilo pro Kopf eingependelt. Neben den Haltungsbedingungen in den Ställen der landwirtschaftlichen Betriebe haben sich auch die Bedingungen auf den Schlachthöfen massiv verbessert. „Den gesellschaftlichen Anforderungen einer Verbesserung der Tierschutzstandards wurde und wird laufend nachgekommen“, so Hiegelsberger.

Für Unverständnis sorgt bei Hiegelsberger daher die Kritik von manchen Tierschutzorganisationen, welche den Coronavirus-Ausbruch zu einem „System der industriellen Fleischproduktion, das an allen Ecken und Enden kracht“ hochreden. „Wir sollten uns in dieser Frage die Gesamtsituation vor Augen führen. Gerade die Landwirtschaft und die Lebensmittelverarbeitung haben uns während der Corona-Krise gezeigt, wie immanent wichtig die Ernärungssouveränität in Krisenzeiten ist. Mit derartigen Aussagen wird eine Branche einmal mehr in Misskredit gebracht und zunehmend unter Druck gesetzt“, betont Hiegelsberger.

Gefahr für Konsumenten unwahrscheinlich

Abschließend ist Hiegelsberger um Beruhigung bemüht. Seitens der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wird es als sehr unwahrscheinlich betrachtet, dass von Gütern aus coronainfizierten Betrieben eine Gefahr für Konsumenten ausgeht. „Kontrollierte Qualität aus heimischer Produktion kann daher bedenkenlos konsumiert werden“, so Hiegelsberger.


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