Rechnungen in Mailanhängen gefälscht: großer Cyberkriminalitätsfall geklärt
OÖ. Oberösterreichische Ermittler haben eine Betrügergruppe auffliegen lassen, die österreichweit zwischen 2016 und 2021 unter anderem die Kontonummern in Rechnungsanhängen bei E-Mails zu ihren Gunsten gefälscht hat. Der Gesamtschaden beläuft sich auf fast eine Million Euro.

Die Haupttäter sind ein Nigerianer (35), der seit 2015 in Österreich wohnt, seine österreichische Ehefrau (30) und eine Ungarin (26). Alle drei wurden festgenommen, der Nigerianer wurde schon zu einer vierjährigen unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt, seine Ehefrau bekam 18 Monate bedingt, die Ungarin wurde im September festgenommen, aber noch nicht verurteilt.
In den meisten Fällen verschafften sich die Täter Zugriff auf das lokale Datennetzwerk bzw. das E-Mailsystem der Opfer und fingen unbemerkt den eingehenden und ausgehenden Mailverkehr zwischen den Vertragspartnern ab. Betroffen waren zum Großteil Unternehmen und Institutionen, die Rechnungen und Zahlungsvereinbarungen unverschlüsselt über Mail verschickten.
Die Täter manipulierten die E-Mailanhänge und ersetzten zum Beispiel die Kontonummern mit ihren eigenen. Außerdem erstellten sie Mailadressen, die den „echten“ täuschen ähnlich sahen und fälschten so den Mailverkehr.
Der Betrug flog meistens erst auf, als die Rechnungen schon bezahlt waren und der andere Vertragspartner sich telefonisch meldete, weil er kein Geld bekommen hatte; das landete ja auf den Konten der Betrüger, die die Mailanhänge gefälscht hatten.
Für ihre Betrügereien unterhielten die Täter ein ganzes Netzwerk an Konten in ganz Europa und reisten für Kontoeröffnungen auch ins Ausland. Außerdem gründeten die Täter Unternehmen und dazugehörige Konten, damit größere Überweisungsbeträge nicht auffielen.


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