„Eine Aufforderung zum Nachzudenken“: Linzer Klangwolke 2026 stellt sich dem Ende – und sucht den Neuanfang
LINZ. Krieg, Klimakrise und gesellschaftliche Spaltung: Der Countdown zur Klangwolke 2026 läuft. Am Samstag, 12. September, wird sich der Donaupark Linz wieder mit rund 100.000 Menschen füllen. Unter dem Titel „ATTheENDLinz“ verwandelt er sich in eine große Bühne zwischen Untergang und Neubeginn. Erstmals gibt es rund um die Klangwolke eine ganze Woche mit Veranstaltungen in der Stadt. Zudem laden auch die Klassische Klangwolke sowie die Kinderklangwolke vorab wieder ein.

Die Linzer Kangwolke 26 präsentiert von Sparkasse OÖ und Linz AG stellt heuer eine unbequeme Frage: Sind wir am Ende angelangt? Am Samstag, 12. September, ab 20.30 Uhr setzt sich „ATTheENDLinz“ im Donaupark mit Krisen, Ängsten und der Frage auseinander, was nach einem vermeintlichen Ende kommen kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Menschen erst am Abgrund stehen müssen, bevor sie handeln – und welche Rolle Widerstandskraft, Lernfähigkeit und Hoffnung bei einem Neubeginn spielen können.
„Eine Stunde dem Nachdenken gewidmet“
Der erfolgreiche Regisseur Felix Breisach will dabei bewusst „keine Lösung noch Moral, keine Antwort geben“, wie er sagt. Für ihn sei die Auseinandersetzung zu einer eigenen Geschichte geworden, „die für jeden eine eigene Geschichte und Interpretation sein soll. Die Klangwolke ist eine Stunde lang dem Nachdenken gewidmet“, so Breisach. „Sie ist eine Aufforderung zum Nachzudenken – wie es ausgeht, überlass ich jedem selbst.“
„Das Szenario bleibt aber nicht im Untergang stecken“, ergänzt Norbert Trawöger, Künstlerischer Direktor der LIVA.
Von Bruckner bis Beatles und Texte von Bachmann-Preisträgerin
Um Breisach versammelt hat sich ein Team, dass für ihn „besser nicht vorstellbar“ sei.
Musik, Sprache, Licht und Bilder sollen zu einer poetischen Landschaft verschmelzen. Musikalisch reicht der Bogen von Anton Bruckner über die Beatles bis zu eigens für die Klangwolke komponierter neuer Musik.
Bratschistin und Komponistin Flora Marlene Geißelbrecht und Klangkünstler Arthur Fussy verbinden in ihren Stücken für die Klangwolke 26 historische und zeitgenössische Klangwelten. Mit dabei sind auch das Bruckner Orchester Linz unter Markus Poschner, Bariton Rafael Fingerlos sowie die St. Florianer Sängerknaben.
Auch Sprache spielt eine zentrale Rolle. Bachmann-Preisträgerin Natascha Gangl steuert Texte bei, die sich wie ein zweiter Klangteppich durch den Abend ziehen.
„Es wird laut und mächtig werden“
LED-Wände, acht kleinere Schiffe, die das Hauptschiff begleiten, ein erweiterter Klangwolken-Raum, eine starke Tonebene abseits der Musik für die Untergangsstimmung: „Es wird laut und mächtig werden“, verspricht Regisseur Breisach.
Erstmals eine ganze Klangwolkenwoche
Neu ist heuer, dass sich das Programm weit über den eigentlichen Abend hinaus erstreckt. Von 7. bis 11. September wird die Klangwolke thematisch mit kostenlosen Veranstaltungen präsent sein.
Geplant sind:
- die Ausstellung „Letzte Dinge“ in der Alten Kassenhalle im Brucknerhaus, zu der Besucher eigene Erinnerungsstücke mitbringen können,
- Lesungen des StifterHauses: Das Stifterhaus-Team nutzt den bekannten Balkon des Hauses für literarische Intermezzi. Gelesen wird aus Stifters „Ein Gang durch die Katakomben“, täglich um 9 und um 13.30 Uhr,
- Filmvorführungen von „Smoke and Mirrors“ sowie „Entangled Atlas“ im s Spektrum der Sparkasse OÖ an der Promenade (täglich 14 bis 14.45 Uhr),
- ein Gespräch mit Wiener-Festwochen-Intendant Milo Rau am 7. September, 20 Uhr, im Brucknerhaus,
- ein SoundPark von Brucknerhaus und Ars Electronica am 9. September, 18 bis 19 Uhr im Donaupark,
- sowie die Kunstaktion „Flood the Zone with Courage“ auf dem Linzer Hauptplatz, von 9. bis 13. September, die zum Mitmachen und Diskutieren einlädt.
Nachklangwolke
Nach der Linzer Klangwolke 26 am 12. September gibt’s schon traditionell eine Nachklangwolke im Donaupark. Heuer live zu erleben: das offene Genre-Crossover aus Dance, Dub und Techno-Grooves „Tasheeno“.
Klassische und Kinderklangwolke
Bereits am 4. September findet die Klassische Klangwolke statt, „ein Hörerlebnis in einem der schönsten Frischluftkonzertsäle“, freut sich Trawöger.
Mehr dazu: „Zweimal 4“ mit Riccardo Chailly, bei der „Klassischen Klangwolke“ 2026
Am 6. September folgt die Kinder Klangwolke „Sun & Bun auf der Suche nach dem Glück“.
Mehr dazu: Kinderklangwolke nimmt mit auf eine galaktische Suche nach dem Glück
„Gemeinsames erleben“
Bürgermeister Dietmar Prammer, Sparkasse OÖ-Generaldirektorin Stefanie Christina Huber, der Landesdirektor OÖ der Wiener Städtischen Versicherung Klaus Riener und ORF OÖ-Landesdirektor Klaus Obereder betonen unisono den Wert, gemeinsam Kultur zu erleben, das Großereignis Klangwolke bringe seit Jahrzehnten die Menschen zusammen, schaffe gemeinsame Erinnerungen, niederschwellig für alle Interessierten und möglichst breit zugänglich zu erleben.
Eintritt frei
Alle Veranstaltungen der Klangwolkenwoche sind kostenlos. Mehr Infos unter klangwolke.at
Die Linzer Klangwolke 26 führt zudem unmittelbar ins Brucknerfest mit Auftakt am Sonntag, 13. September, lädt Trawöger zum ein oder anderen Besuch ein. Alle Infos dazu unter www.brucknerfest.at








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