Um ein Viertel weniger Verkehrstote in OÖ

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Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 02.09.2020 12:04 Uhr

OÖ. 13 Menschen kamen nach verläufigen Daten diesen Juli und August bei Verkehrsunfällen in Oberösterreich ums Leben, um vier weniger als im Vergleichszeitraum 2019. Österreichweit wurden seit Jahresbeginn 213 Menschen im Straßenverkehr getötet, das sind bereits jetzt mehr Todesopfer als die Schweiz im gesamten Vorjahr zu beklagen hatte. Der VCÖ fordert verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen.

Laut BMI sind heuer im Juli und August in Oberösterreich 13 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das ist im Bundesländer-Vergleich nach Niederösterreich (14) die zweithöchste Anzahl an Todesopfern. Gegenüber Juli und August des Vorjahres ist die Zahl der Todesopfer um vier zurückgegangen, gegenüber Juli und August 2017 sogar um elf, berichtet der VCÖ. „Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Es gibt nur eine akzeptable Anzahl an tödlichen Verkehrsunfällen, und die ist null. Und diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. 

Die größte Opfergruppe waren heuer Motorradfahrer, sechs der 13 Todesopfer verunglückten mit dem Motorrad tödlich. Das tödliche Unfallrisiko ist mit dem Motorrad rund 30 Mal höher als mit dem Pkw, verdeutlicht der VCÖ.

Auch österreichweit ging die Zahl der Verkehrstoten diesen Sommer zurück, um ein Drittel von 93 auf 63. „Der heurige Sommer war regnerischer als der Hitzesommer des Vorjahres. Und die Covid-19-Pandemie hat den Transitverkehr durch Österreich reduziert. In Summe hat das zu einer verbesserten Unfallbilanz geführt“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest.

Österreich hat Aufholbedarf

Insgesamt kamen seit Jahresanfang 213 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, zur gleichen Zeit des Vorjahres waren es 288. Der deutliche Rückgang in Österreich sei aber weniger auf Verkehrssicherheitsmaßnahmen als vielmehr auf den Verkehrsrückgang in Folge der Covid-19 Pandemie zurückzuführen.

Dass Österreich bei der Verkehrssicherheit Aufholbedarf hat, zeigt der Vergleich mit der Schweiz. Im gesamten Vorjahr zählte die Schweiz 187 Verkehrstote. „Österreich verzeichnet bereits nach acht Monaten und trotz Effekte der Covid-19-Pandemie mehr Verkehrstote als die Schweiz im gesamten Vorjahr“, verdeutlicht VCÖ-Sprecher Gratzer. Die Schweiz geht seit einigen Jahren gegen die Unfallursache zu hohes Tempo sehr konsequent vor mit niedrigeren Tempolimits, geringeren Toleranzgrenzen und höheren Strafen. Die Rad-Infrastruktur ist besser ausgebaut als in Österreich. In den Städten wird eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung mit Verkehrsberuhigung und vielen Begegnungszonen forciert. Allein in der 145.000 Einwohnerstadt Bern gibt es mehr als 100 Begegnungszonen.

Für die Verkehrssicherheit in Österreich seien verstärkte Maßnahmen gegen zu hohes Tempo im Straßenverkehr und für mehr Aufmerksamkeit wichtig. Die Toleranzgrenzen beim Überschreiten von Tempolimits seien zu reduzieren, das Vormerksystems um Delikte wie Handy am Steuer und Raserei zu erweitern. „Im Ortsgebiet braucht es ein kind- und seniorengerechtes Verkehrssystem. Die Gesundheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer, und das sind Kinder sowie ältere Menschen, hat Vorrang“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer abschließend fest.

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